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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Was so toll an Vogeleiern ist

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Lage, Lage, Lage: Dieser Laysanalbatros errichtet die Kinderstube an einer Start- und Landebahn auf Hawaii. Bildbeschreibung einblenden Podcast starten 07:35

Lage, Lage, Lage: Dieser Laysanalbatros errichtet die Kinderstube an einer Start- und Landebahn auf Hawaii. Bild: Picture-Alliance

Es ist stabil, keimabweisend und ein idealer Brutkasten im Miniaturformat: Mit dem Ei hat sich die Natur einen wahren Geniestreich einfallen lassen.

          4 Min.

          Das perfekteste Ding des Universums kann man nicht nur auf Bäumen und in Sträuchern finden, sondern auch in den meisten Kühlschränken. Es ist ziemlich lecker, egal ob man es in der Pfanne brät oder im Topf kocht. Manche mögen es am liebsten ohne alles, andere streuen sich Salz drauf, tunken es in Remouladensoße oder verarbeiten es zu einem Salat. In der Mitte ist es gelb, drumherum weiß. Und, schon drauf gekommen, worum es geht? Na klar, die Rede ist vom Ei!

          Kai Spanke
          Redakteur im Feuilleton.

          Warum aber sollte es das perfekteste Ding des Universums sein? Eigentlich müssten wir da den amerikanischen Autor und Bürgerrechtler Thomas Wentworth Higginson fragen, denn er hat diese Behauptung aufgestellt. Allerdings ist er schon seit mehr als hundert Jahren tot. Deswegen versuchen wir jetzt auf eigene Faust herauszubekommen, ob er vielleicht richtig lag. Zunächst einmal stellen wir jedoch eines klar: Ei ist nicht gleich Ei.

          Bild: F.A.Z.

          Hühnereier kennt jeder, sie haben eine weiße oder beigefarbene Schale und werden in Pappschachteln verkauft. Aber wer hat schon mal das Ei eines Grünfinken gesehen? Oder eines Gelbspötters? Oder, besonders eindrucksvoll, einer Trottellumme? Da dieser gar nicht trottelige Vogel an Steinklippen brütet, ist sein Ei kreiselförmig – so kann es nicht herunterkullern. Und erst die Farben! Als wäre Ostern. Die eine Lumme legt grünliche Eier, bei ihrer Nachbarin sind sie eher blau bis lila oder sogar gemasert, ganz so, als hätte ein Künstler mit seinem Pinsel dunkle Kleckse draufgespritzt. Dieses Aussehen dient der Tarnung. Vielen Tieren läuft beim Anblick von Eiern nämlich das Wasser im Mund zusammen. Da müssen Vogeleltern ordentlich aufpassen. Na ja, nicht alle, Spechte oder Eulen kriegen in ihren Höhlen so selten ungebetenen Besuch, dass ihre Eier ruhig weiß bleiben können. Anders beim Rotkehlchen. Es brütet auf dem Boden, und weil da immer einiges los ist, sind seine Eier gefleckt. Wer sie aufspüren will, muss schon sehr genau hingucken. Richtig verrückt wird es bei den Größenunterschieden. Während die Eier mancher Kolibris an Tic Tacs erinnern, legt der Afrikanische Strauß einen anderthalb Kilo schweren Brocken ins Nest. Mehr als zwanzig Hühnereier hätten darin Platz.

          Die professionelle Erforschung von Eiern ist übrigens so wichtig, dass sie einen eigenen Namen besitzt: Oologie. Klingt lustig, ist aber, zumindest für die Oologen, eine ernste Angelegenheit. Sie untersuchen allerdings nur die äußere Hülle von Eiern. Was sich im Inneren abspielt, erkunden ihre Kollegen, die Biologen. Einer von ihnen ist Roland Prinzinger. Früher war er Professor an der Universität Frankfurt und Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft – das ist eine Art Vogel-Fanclub. Er sagt übers Ei: „Das Spannende ist, dass sich in einem solchen Gebilde Leben unabhängig von äußeren Umständen entwickeln kann.“

          Menschen, Schweine, Elefanten, Giraffen, Kühe, Eichhörnchen – all diese Tiere wachsen im Bauch der Mutter heran. Vögel hingegen erledigen das im Ei. Und zwar nachdem es gelegt wurde. Denn wenn ein Buchfink vier bis sechs Junge lebend zur Welt bringen wollte, wäre das nur hintereinander möglich. Die Kleinen hätten nicht gleichzeitig Platz im Körper ihrer Mutter. „Würden sie hineinpassen“, sagt Roland Prinzinger, „wären sie so schwer, dass der Vogel nicht mehr fliegen könnte.“

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