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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum wir immer noch vorsichtig sein müssen

Auch an den schönsten Stränden gelten die Regeln der Corona-Zeit: bei Kampen auf Sylt. Bildbeschreibung einblenden Podcast starten 06:32

Auch an den schönsten Stränden gelten die Regeln der Corona-Zeit: bei Kampen auf Sylt. Bild: Picture-Alliance

Es gibt mehr und mehr Lockerungen bei den Corona-Regeln, und immer mehr Menschen befolgen sie nicht gut: Kein Zeichen, dass wir das Virus im Griff haben.

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          Seit mehr als drei Monaten leben wir nun hier in Deutschland schon mit dem Coronavirus. Ehrlich gesagt kommt es einem aber schon viel länger vor, oder? Alles dreht sich nur noch um diesen kleinen Krankheitserreger.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Am Anfang der Pandemie, die mittlerweile ja fast jeden Winkel der Welt erreicht hat, wurde auch hier in Deutschland von jetzt auf gleich alles geschlossen: Schulen, Kitas, Büros, Läden, Spielplätze, Zoos, Sportvereine und einiges mehr.

          Das war ein wirklich schwerer Einschnitt für alle, weil das eigene Leben plötzlich ganz anders aussah als früher. Viele Dinge, die man sonst gerne und wie selbstverständlich gemacht hat, gingen plötzlich ab Mitte März nicht mehr. Vor allem liebe und vertraute Personen wie die Großeltern, Freunde und auch Kollegen konnte man nicht mehr besuchen. Man durfte sich nicht mehr drücken und keine Geburtstagspartys mehr feiern. Aber wir wissen eben heute auch: Diese vielen Einschränkungen waren sehr wichtig, denn nur so haben wir es hier in Deutschland geschafft, zahlreiche Menschen vor einer Erkrankung mit dem Coronavirus zu schützen.

          Verschwunden ist das Virus nicht

          Seit nun die Zahl der Menschen, die sich mit dem Virus anstecken, etwas zurückgeht, hat die Politik auch viele Dinge, die für einige Zeit verboten waren, wieder erlaubt. Das muss sie machen, weil sie in einem demokratischen Staat wie unserem nicht einfach ohne wirklich gute Gründe Bürgern so viele Aktivitäten und Freiheiten verbieten darf. Und sie musste es auch machen, weil nur so die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Das ist dringend nötig, damit Menschen Geld verdienen und wir weiter unseren Wohlstand erhalten können. Außerdem ist es für die Entwicklung von Jugendlichen und Kindern bedeutend, dass sie in die Schule gehen, etwas lernen und mit anderen Kindern spielen können.

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          Blendet man das aber alles einmal aus und schaut nur von der rein medizinischen Perspektive auf die Situation, in der wir gerade leben, muss man sagen: Je mehr Lockerungen wir zulassen, also je mehr Geschäfte, Museen und Restaurants wieder öffnen, je häufiger man wieder andere Menschen selbst in Gruppen trifft und mit ihnen zum Beispiel Fußball spielt oder verreist, umso größer ist auch die Gefahr, dass sich wieder mehr Menschen anstecken. Das Virus ist nämlich nicht verschwunden. Durch die Kontaktsperren und die vielen Einschränkungen, die wir auf uns genommen haben, haben wir es ihm nur sehr schwer gemacht, sich weiter zu verbreiten. Das Virus liebt es nämlich, wenn viele Menschen nahe beieinander sind, miteinander lachen, sprechen und singen, sich berühren oder sich die Hand geben. Dann kann es ganz leicht vom einen Menschen auf den anderen überspringen. Das macht es unter anderem mit der Hilfe von kleinen Tröpfchen, die wir beim Sprechen und Lachen ganz natürlich ausspucken, oder aber auch über Hautflächen, die wir von jemand anderem berühren.

          Damit die Viren nicht in unseren Körper gelangen

          Bis hierher gleicht das neue Coronavirus zahlreichen Krankheitserregern. Leider hat Sars-CoV-2 aber noch ein paar zusätzliche, besonders gemeine Eigenschaften. So kann es bereits von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden, wenn derjenige, der das Virus mit sich herumträgt,  noch gar nichts davon weiß, dass er das Virus hat, also sich gesund und munter fühlt, keinen Husten und kein Fieber hat. Das Virus kann sogar von jemandem verbreitet werden, ohne dass derjenige jemals Symptome bemerkt. Deshalb kann man sich nicht darauf verlassen, dass ein Freund, Kollege oder Nachbar, der fit und fröhlich wirkt, auch wirklich nicht ansteckend ist.

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