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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum immer noch so viel über die DDR geredet wird

Weil alle Unternehmen vom Staat geführt wurden, musste sich auch niemand Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen. Dafür gab es aber auch nicht viel, was man sich von seinem Geld kaufen konnte. 

Im Visier der Stasi

Insgesamt war das Leben übersichtlicher, aber auch deutlich eingeschränkter. Wer in den Urlaub fahren wollte, durfte nur in sozialistische Länder reisen. Zum Beispiel nach Polen, in die Tschechoslowakei und nach Ungarn. In der DDR hatten die Betriebe eigene Ferienheime. Die konnte man sich aber nicht aussuchen, stattdessen entschied die Ferienkommission der Betriebe, wer einen Urlaubsplatz bekam. Für alle, die leer ausgingen, blieb nur Camping oder Urlaub bei Verwandten. 

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Ob ein DDR-Bürger in den Urlaub fahren oder studieren konnte, war keine Frage des Geldes, sondern hing allein vom Willen des Zentralkomitees ab. Bevorzugt wurden Parteimitglieder und Menschen, die sich systemkonform verhielten. Das bedeutete zum Beispiel, sich aktiv in der Partei zu engagieren oder die Ansichten des Sozialismus zu verbreiten. Ob Mama oder Papa mit der Familie in ein Ferienheim fahren durften, hing also davon ab, wie sie über die DDR dachten und ob sie sich für den Staat engagierten. Sprach jemand kritisch über die DDR, konnte die SED ihn durch das Ministerium für Staatssicherheit überwachen lassen. Die Stasi, wie sie im Volksmund hieß, hörte Telefone ab und spionierte Menschen nach, die mit der DDR-Politik nicht einverstanden waren oder nach Westdeutschland flüchten wollten. Dafür konnte die Stasi auch schon mal Eltern ins Gefängnis und ihre Kinder ins Heim stecken.

Aber man konnte auch durch viel banalere Dinge ins Visier der Stasi rücken. Zum Beispiel durch das Anschauen von Fernsehsendungen aus Westdeutschland oder weil man Mitglied in der Kirche war. Auch hier versuchte die Stasi, die Mitglieder auszuspionieren, hatte dabei jedoch nur wenig Erfolg. Dem Zentralkomitee waren die Kirchen immer ein Dorn im Auge, weil sie den Menschen einen Freiraum boten, um diskutieren zu können oder Künstler zu sehen und zu hören, die sonst nicht auftreten durften.

Ein Raum, in dem sie reden konnten

In den achtziger Jahren bekam die DDR aber immer mehr Probleme. Viele Betriebe waren heruntergewirtschaftet und brauchten dringend neue Maschinen. Auch wenn die SED die Bundesrepublik als „Klassenfeind“ sah, lieh sie sich über die Jahre immer mehr Geld, damit weiter produziert werden konnte und die Versorgung nicht zusammenbrach. Viele DDR-Bürger flüchteten in dieser Zeit über Ungarn und Österreich oder auch über die innerdeutsche Grenze. Gleichzeitig sprachen immer mehr Menschen über ihre Unzufriedenheit und überlegten, wie sie die Situation verändern könnten. Auch in Polen und im heutigen Tschechien forderten die Menschen zunehmend Reformen, also echte Veränderungen. 

Noch mehr Antworten auf neugierige Kinderfragen
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Am Anfang der Proteste versammelten sich DDR-Bürger zum Friedensgebet und für Gespräche in Kirchen. Dort trafen sie auf Menschen, die genauso dachten wie sie, und gründeten Bürgerbewegungen und Oppositionsgruppen wie „Demokratischer Aufbruch“ oder „Neues Forum“. Die Menschen waren verärgert, weil sie vom Staat unterdrückt wurden. Außerdem waren sie wütend darüber, dass die SED-Führung die Wahlergebnisse fälschte. Die Kirchen boten den Menschen besonders in dieser Zeit einen geschützten Raum, in dem sie sich treffen und reden konnten – auch wenn oft die Stasi unerkannt mit dabei war. 

Endlich ohne Angst und in Freiheit leben

Die Menschen in Leipzig waren die Ersten, die nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche auf die Straße gingen, um friedlich zu protestieren. Zu diesen wöchentlichen Montagsdemonstrationen gingen bis zum 4. November 1989 Hunderttausende Menschen in der ganzen DDR auf die Straße – bis das Zentralkomitee dem Druck nicht mehr standhielt und am 9. November 1989 die Grenzen öffnete und ihre Bürger ausreisen ließ. 

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