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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum sich Fußballklubs immer häufiger Spieler leihen

Die Leihe machte es möglich: Neymar und Mbappé haben im selben Jahr bei Paris Saint-Germain angefangen. Bildbeschreibung einblenden Podcast starten 10:58

Die Leihe machte es möglich: Neymar und Mbappé haben im selben Jahr bei Paris Saint-Germain angefangen. Bild: Picture Alliance / DPPI media / Romain Biard

Wenn Fußballer den Verein wechseln, wird das seit Jahren immer teurer. Doch nicht erst seit der Pandemie können sich das viele Klubs nicht mehr leisten. Immer öfter werden Spieler deshalb einfach ausgeliehen. Klingt seltsam, hat aber seinen Sinn.

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          222 Millionen Euro: Jeder, der sich zumindest ein bisschen für Fußball interessiert, hat schon mal von dieser unfassbar großen Zahl gehört. So viel Geld soll der französische Fußballklub Paris Saint-Germain im Sommer 2017 an den FC Barcelona bezahlt haben, um den Spieler Neymar zu verpflichten. Würde man sich von diesem Geld jeden Tag drei Kugeln Eis kaufen wollen, hätte man schon einige Millionen Jahre gelebt haben müssen, bevor die Dinosaurier ausgestorben sind, um das alles auszugeben.

          David Lindenfeld
          Volontär.

          Spieler und Klubs schließen miteinander einen Vertrag, in dem geregelt ist, wie lange der Fußballer für diesen Verein spielen soll. Wenn der Vertrag endet, kann der Spieler zu einem anderen Verein wechseln, ohne dass sein bisheriger Verein dafür etwas bekommt. Das ist dann ein ablösefreier Wechsel oder Transfer. Wenn der Spieler vor Vertragsende den Verein wechseln will, bekommt der bisherige Klub vom neuen Geld, damit er einverstanden ist. Manchmal ist das unglaublich viel.

          Dass im Fußball mittlerweile auf diese Weise so viel Geld für einen einzelnen Spieler ausgegeben wird, finden viele Leute nicht richtig. Sie sagen, dass der Sport den Bezug zur Realität verloren habe. Oder dass ein einziger Spieler niemals so viel Geld wert sein könne. Dabei kann sich das für Klubs unter Umständen durchaus lohnen. Mit den großen Superstars lässt sich nämlich auch viel verdienen. Und die Vereine gewinnen vielleicht mehr Spiele mit ihnen im Team als ohne sie.

          Bild: F.A.Z.

          Dass überhaupt immer mehr Geld für Transfers ausgegeben werden kann, liegt daran, dass das Interesse am Fußball so groß ist. Die Klubs verdienen immer mehr durch Werbung, Fernsehübertragungen und all das, was der Fan rund um die Spiele so kauft. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Ligen und Klubs: Weil die Menschen weltweit zum Beispiel besonders gern die englische Premier League schauen, bezahlen die Fernsehsender den englischen Klubs viel mehr, damit sie ihre Spiele übertragen dürfen, als zum Beispiel den deutschen Vereinen. Andere werden von Investoren unterstützt. Klubs wie Manchester City oder Paris Saint-Germain bekommen zum Beispiel viel Geld aus Staaten wie Abu Dhabi oder Qatar, weil diese so Macht und Einfluss im Sport gewinnen wollen. Auch das wird stark kritisiert, weil die Menschenrechtslage in diesen Ländern viel schlechter ist als zum Beispiel hier in Deutschland.

          Dass manche Klubs mehr Geld zur Verfügung haben als andere, hat große Auswirkungen auf den internationalen Fußball-Transfermarkt. Weil sie mehr für die besten Spieler ausgeben können, steigen die Preise an. Die Statistik zeigt: 2011 gaben Klubs weltweit noch 2,08 Milliarden Euro für Spieler aus. 2019 waren es 6,54 Milliarden Euro. In gerade einmal acht Jahren haben sich die Ausgaben also mehr als verdreifacht. Das geht aus einem in diesem Jahr veröffentlichten Bericht der Fifpro hervor, einer Organisation, die weltweit die Interessen der Profifußballspieler vertritt.

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