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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum manchen beim Autofahren schlecht wird

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Da hat die liebe Seele Ruh’ – und das Gehirn gleich mit: Wer im Auto schläft, dem kann nicht übel werden. Bild: Picture-Alliance

Man spricht zwar auch von der Reisekrankheit, aber krank sind Leute, denen im Auto leicht schlecht wird, eigentlich nicht. Ihr Gehirn hat nur gerade mit ein paar Widersprüchen zu tun. Wie das kommt und was da hilft.

          2 Min.

          Viele Familien kennen das: Da hat man endlich alles zusammengesucht, das ganze Gepäck im Auto verstaut, sitzt fröhlich im Wagen, das Reiseziel vor Augen, und dann heißt es irgendwann von der Rückbank: „Mir ist so schlecht.“ Reiseübelkeit kommt häufig wie angeflogen. Sie kann in Bussen, der Bahn oder eben dem Auto auftreten. Ist man mit dem Auto unterwegs, wird einem häufig schlecht, wenn bei zähem Verkehr ständig angefahren und abgebremst wird, wenn es steile Kurven den Berg hinauf- und hinabgeht. Der Statistik nach trifft diese Übelkeit bei Reisen vor allem Kinder bis zur Pubertät – und Frauen häufiger als Männer.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wem während der Reise schon einmal schlecht wurde, der weiß, man kann sich dabei wirklich schrecklich fühlen. Im Bauch rumort es heftig, manchmal kommt auch Schwindel dazu, und nicht selten muss man sich übergeben. Deshalb sollte man gerade, wenn man weiß, dass man selbst oder die eigenen Kinder für Reiseübelkeit anfällig sind, immer eine Tüte dabei haben, in die sich im schlimmsten Fall der Mageninhalt entleeren kann. Wechselklamotten können natürlich auch hilfreich sein.

          Aber auch wenn man sich so fühlt: Plötzlich krank geworden sind die Reisenden nicht. Vielmehr ist das Unwohlsein die Folge von unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen, die an das Gehirn gemeldet werden, die das Gehirn in dem Moment aber nicht richtig einordnen kann. So meldet ihm etwa der Sehsinn schnelle Bilder, die am Fenster während der Fahrt vorbeirauschen. Der Gleichgewichtssinn meldet Ruckeln, Kurven, Beschleunigung und Bremsen, also Bewegungen in ganz unterschiedliche Richtungen. Der Bewegungsapparat hingegen meldet von seinen Sensoren aus: Ruhe, stilles Sitzen. So ungleiche Signale aus der Peripherie kennt das Gehirn eigentlich nicht und wenn überhaupt, dann eher aus Gefahrensituationen. Deshalb reagiert der Körper darauf mit Vorsicht, geht in Alarmbereitschaft, wir bekommen einen flauen Magen.

          Sobald wir anhalten oder am Ziel angekommen sind, verfliegt die Übelkeit meist schnell wieder, weil nun alle Sinneseindrücke wieder zusammenpassen. Dem Fahrer wird übrigens deutlich seltener während der Fahrt schlecht, weil er auf die Straße blickt und den Verkehr, die Bewegung mit dem Blick geradeaus ständig wahrnimmt. Hier kann das Gehirn viel leichter verarbeiten: Aha, wir fahren also, auch wenn der restliche Teil des Körpers stillsitzt.

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          Jedem hilft etwas anderes

          Es gibt jede Menge Tipps gegen Reiseübelkeit, die wenigsten aber sind wissenschaftlich untersucht und helfen bei jedem zuverlässig. Wenn es richtig schlimm ist, kann man sich vom Arzt Medikamente verschreiben lassen. Für alle anderen gilt: ausprobieren, was einem nützt. Während der Fahrt nach vorne schauen und auf der Rückbank in der Mitte sitzen. Immer ein Fenster etwas auflassen, damit frische Luft hereinströmt. Kinder mit Ratespielen oder Hörbüchern ablenken. Möglichst nicht lesen, der Blick nach unten statt nach vorne und das Konzentrieren auf die Buchstaben kann die Übelkeit verstärken – das Auge hat so nämlich noch mehr unterschiedliche Eindrücke zu verarbeiten.

          Noch mehr Antworten auf neugierige Kinderfragen
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          Eine illustrierte Auswahl von Beiträgen unserer Kolumne „Wie erkläre ich’s meinem Kind?“ ist bei Reclam erschienen.

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          Wichtig ist auch, genügend Pausen zu machen. Im Bus oder in der Bahn immer mal aufstehen, sich etwas bewegen. Man sollte außerdem nichts Fettiges und Schweres essen, sondern zu leicht Verdaulichem greifen, also Obst, Knäckebrot, Brezel – das am besten auch schon vor der Fahrt. Außerdem sollte man ausreichend Wasser trinken, eventuell mit Ingwer, das hilft bei Übelkeit. In Drogerien gibt es auch Kaugummis, die gegen Unwohlsein helfen sollen. Und die Alternativmedizin hat mit Akupunkturbändchen und Globuli einiges zu bieten.

          Ein Tipp der ganz anderen Art kann lauten: Weiß man, dass einigen aus der Familie im Auto oft schlecht wird, dann könnte man vielleicht zu Zeiten fahren, in denen die anfälligen Beifahrer schlafen. Schlaf verhindert in den allermeisten Fällen auch, dass einem schlecht wird, die Augen sind ja zu.

          Den einen Tipp gibt es leider nicht. Man muss einfach ausprobieren, was jedem Einzelnen am besten hilft. Und sollte die Vorfreude auf den Urlaub bei der Reise dorthin nicht verlieren. Spätestens mit dem Blick aufs Meer oder die Berge ist die mühsame Anreise eh vergessen.

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