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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum ein Sprung in kaltes Wasser gefährlich ist

Aber bitte nicht, wenn der eigene Körper überhitzt ist: Der Sprung ins kalte Nass ist ein Vergnügen. Bildbeschreibung einblenden Podcast starten 07:37

Aber bitte nicht, wenn der eigene Körper überhitzt ist: Der Sprung ins kalte Nass ist ein Vergnügen. Bild: Picture-Alliance

Was soll schon groß passieren, wenn man im Hochsommer mit einem Satz in den See springt? Über einen eigentlich sinnvollen Reflex, zwei körperliche Reaktionen – und eine Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte.

          4 Min.

          Wenn draußen die Sonne kräftig scheint und uns dreißig Grad und mehr schenkt, sehnt sich unser Körper nach einer Abkühlung. Am schönsten geht das natürlich im Wasser. Sommer ist Badezeit, egal ob im Freibad, Waldsee oder im Meer. Besonders reizvoll ist dann der direkte Sprung vom Steg ins kühle Nass. Doch was verlockend klingt, ist nicht ganz ungefährlich. Der Körper könnte einen sogenannten Kälteschock erleiden.

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

          Das klingt vielleicht erst einmal seltsam. Schließlich ist der See zwar nicht so warm wie die Badewanne. Aber er ist ja auch nicht so kalt wie das Eismeer. Allerdings ist ein Kälteschock eben nicht das gleiche wie eine Unterkühlung. Eine Unterkühlung bekommt, wer sehr lange in kaltem Wasser ist. Wie lange genau, das hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Wassertemperatur. Bei uns im Sommer ist das also eher unwahrscheinlich. Ein Kälteschock passiert, wie der Name schon sagt, dagegen ganz plötzlich. Der Körper ist auf die Kälte nicht vorbereitet. Im schlimmsten Fall kann man dabei sogar einen Herzinfarkt bekommen und ertrinken. Das kommt zwar sehr selten vor. Gefährlich ist es trotzdem, weil viele Menschen nicht damit rechnen, dass so etwas beim Baden im Sommer überhaupt geschehen kann. Sie sind deshalb unvorsichtig und springen überhitzt in den See.

          Bild: Johannes Thielen

          Wer das tut, der bekommt seine sogenannten Kälterezeptoren zu spüren. Die sitzen überall in unserer Haut. Wärmerezeptoren gibt es auch, allerdings nicht so viele. Zusammen bestimmen sie darüber, wie wir Temperaturen empfinden, also ob wir etwas als warm oder kalt wahrnehmen. Weil Kälte für den Menschen grundsätzlich unangenehm und gefährlich werden kann, warnen uns diese Rezeptoren, wenn es außen auf unserer Haut kalt wird – zum Beispiel, weil wir in kühles Wasser springen. Dann werden die Kälterezeptoren gereizt und melden dem Gehirn Alarm. Das passiert automatisch, es ist ein Reflex – und wie alle Reflexe eigentlich sehr sinnvoll. Schließlich soll er uns davor schützen, zu erfrieren oder zu unterkühlen. Im Wasser kann er uns jedoch auch schaden.

          Bekommt das Gehirn die plötzlichen Warnsignale, schüttet es die Hormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Die beiden werden auch oft als Stresshormone bezeichnet. Wie kleine Boten stoßen sie im Körper in kürzester Zeit eine ganze Reihe von Veränderungen an. Zuerst erhöht sich die Herzfrequenz. Das heißt, dass Herz schlägt schneller als sonst. Um den Körperkern, also den Ort, an dem die wichtigen Organe sitzen, warm zu halten, verengen sich außerdem die Blutgefäße. Wenn das Herz jetzt also schneller als vorher das Blut durch schmalere Bahnen pumpen muss, führt das zu höherem Blutdruck. Bei manchen Menschen, besonders bei älteren oder jenen, die eine Vorerkrankung haben, ist das so anstrengend für das Herz, dass sie einen Infarkt bekommen können.

          Doch nicht nur unser Herz beginnt zu rasen. Auch die Atmung verändert sich und wird schneller. Besonders gut lässt sich das an dem ersten Atemzug beobachten, den wir nehmen, sobald wir ins kalte Wasser gesprungen sind. Reflexartig atmen wir ganz tief ein: das bekannte Nach-Luft-Schnappen. Wenn jemand in Panik gerät und jetzt bei jedem Atemzug so schnell und tief Luft holt, hyperventiliert er, und es kann ihm ganz leicht schwindelig werden. Übrigens kann man in kaltem Wasser auch nicht so lange die Luft anhalten wie in warmem.

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