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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Was es bedeutet, zusammen eingesperrt zu sein

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Dieses Foto zeigt die Jugendlichen kurz nach ihrer Entdeckung in der Höhle. Bild: AP

Seit zwei Wochen sitzen Jugendliche in Thailand in einer Höhle fest. Wie hält man eine solche Enge aus?

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          Die Nachricht ging um die Welt: Seit zwei Wochen ist eine Gruppe von Jugendlichen in einer Höhle in Thailand gefangen sind. Sie wurden vom Regen überrascht und kommen jetzt nicht mehr aus der teilweise gefluteten Höhle. Nun wurde bekannt, das ein Taucher bei dem Versuch, den Kindern zu helfen, ums Leben gekommen ist. Das ist eine schlimme Nachricht, auch für die Kinder, die sich sowieso fragen müssen, wie es mit ihrer eigenen Rettung aussieht.  

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Denn ihre Lage ist schwer genug. Auch außerhalb einer solchen Höhle gilt: Je mehr Zeit man miteinander verbringt, desto mehr Rücksicht muss man aufeinander nehmen. Sonst streitet man sich schon über Kleinigkeiten. Dieses Gefühl haben Menschen manchmal auch, wenn sie aus einem vollen Bus steigen. Das liegt daran, dass andere da in den persönlichen Raum eindringen, den jeder lieber für sich alleine hat. Siegfried Preise ist Rektor einer Hochschule in Berlin und weiß aus seiner Forschung, dass die Größe des persönlichen Raums unterschiedlich ist: In Ländern, in denen es im Winter lange dunkel und kalt ist, haben sich die Menschen daran gewöhnt, viel Zeit gemeinsam im Haus zu verbringen.

          Wenn es aber gefährlich wird wie jetzt in der Höhle in Thailand, hat man nicht mehr das Bedürfnis nach persönlichem Raum – im Gegenteil: Wenn Menschen Angst haben, suchen sie meistens die Nähe zu anderen, die in der gleichen Situation stecken. Dann fühlen sie sich sicherer. Dass die Jugendlichen es überhaupt geschafft haben, so lange zu überleben, liegt wahrscheinlich daran, dass sie gut zusammengearbeitet haben. Sie sind nämlich eine Fußballmannschaft. Ein Fachmann sagt: „Wenn jemand so eine Katastrophe überleben kann, dann ist es eine Gruppe – vor allem so eine gut organisierte wie eine Fußballmannschaft, die sich schon lange kennt.“ Gut ist auch, dass die Jugendlichen einen Trainer dabei haben. Er ist automatisch der Chef der Gruppe. Wenn das nicht so ist, gibt es oft Streit darüber, wer das Sagen hat. Und weil die Jugendlichen dem Trainer vertrauen, haben sie weniger Angst.

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          Wenn die Fußballer hoffentlich bald gerettet sind, ist vor allem eins wichtig: Dass sie mit Ärzten darüber reden, wie sie sich in der Höhle gefühlt haben. Die können ihnen dann helfen, mit ihrer Angst umzugehen. Die geht nämlich manchmal nicht von selbst weg, obwohl man nicht mehr in Gefahr ist. Auch deswegen ist es gut, wenn man so etwas nicht alleine durchlebt: Man kann mit den anderen über seine Gefühle reden. Außerhalb der Gruppe kann sich nämlich niemand wirklich vorstellen, wie es ist, wochenlang in einer dunklen Höhle zu sitzen.

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