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F.A.Z. Podcast für Deutschland : „Opium“ Fußball: Bouffier geht von Bundesliga-Start im Mai aus

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Bild: Frank Röth

Hessen Ministerpräsident Volker Bouffier kann sich nicht vorstellen, dass eine Einigung der Länder zur Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga scheitern wird. Ex-Trainer Friedhelm Funkel spricht über den sportlichen Wert von Geisterspielen.

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          Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich für eine baldige Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga unter Ausschluss von Zuschauern ausgesprochen. „Der Profisport ist zu behandeln wie andere Arbeitsplätze auch. Wenn wir gestatten, dass Menschen in ihre Fabriken gehen zu ihrem Broterwerb, dann führt das dazu, dass ich auch sage: Jawoll, Profisport muss ich anders behandeln als andere“, sagte Bouffier im „F.A.Z-Podcast für Deutschland“.

          Andreas Krobok

          Leiter Audio/Video bei FAZ.NET.

          „Es geht um die wirtschaftliche Situation des Fußballs, aber auch die Arbeitsplatzsituation vieler anderer Menschen. Natürlich fragen viele: Warum die und nicht wir. Deshalb dürfen wir das nicht moralisch überfrachten. Wir erteilen keine Gnadenerweise, sondern es geht um eine schlichte sachliche Einordnung.“

          Bouffier betonte, dass er den Fußball in der Lage sehe, die Spiele gemäß strenger Sicherheitsauflagen organisatorisch zu bewerkstelligen. Spiele in Stadien seien dabei anders zu bewerten als beispielsweise Sportarten in Hallen, sagte der früher als Innenminister für den Sport in Hessen zuständige ehemalige Basketballspieler. „Was man in frischer Luft machen kann mit notwendigen Abstandsregeln, das muss man anders bewerten, als wenn Menschen auf engstem Raum beisammen sind.“

          Er spüre dabei auch eine Einigkeit der Länder. „Entscheiden tun nur die Länder, die sind zuständig. Klug ist es, beieinander zu bleiben, die Beurteilung durch das Bundesgesundheitsministerium und das RKI wird eine Rolle spielen“, sagte Bouffier. „Alles, was ich gehört habe, lässt mich annehmen, dass sie zustimmen. Mein Eindruck ist, dass die meisten Ministerpräsidenten mitziehen.“

          Der 68 Jahre alte CDU-Politiker verwies zudem darauf, welche Bedeutung der Fußball und speziell die Bundesliga für die Menschen in Deutschland habe. „Es hat einmal einer gesagt: Fußball ist Opium für das Volk. Das würde ich mir so nicht zu eigen machen. Aber richtig ist: Es gibt ein millionenfaches Interesse. Das muss man auch würdigen“, sagte Bouffier. Wenn die Spiele als Geisterspiele im Fernsehen liefen, seien die Veranstaltungen zudem eine Mahnung an die Bevölkerung, dass sich die Lage in Deutschland noch lange nicht wieder normalisiert habe.

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