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„Operation Aderlass“ : Waterloo und Stadelheim

Unsichtbare Blutspuren Die Nordische WM in Seefeld läuft weiter, die Frühlingssonne schien auch am Donnerstag, aber die Stimmung ist trüb. Bild: AFP

Der Erfurter Mediziner bleibt nach seiner Festnahme im Rahmen der Doping-Razzia in Untersuchungshaft. ÖSV-Präsident Schröcksnadel macht Kronzeuge Dürr dreist Vorwürfe. Doch wessen Blutbeutel wurden in Thüringen beschlagnahmt?

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          Spät abends, als auch die letzten Polizisten in ihre Dienstfahrzeuge gestiegen waren und Seefeld verlassen hatten, ging die Party unvermindert weiter. Mitten in der Fußgängerzone auf dem Dorfplatz, auf dem seit Beginn dieser Nordischen Ski-Weltmeisterschaft eine riesige Bühne mit dem Slogan „Let‘s celebrate a Nordic Ski Festival“ zu Musik, Tanz und Belustigung einlädt, legte der DJ – bewusst oder nicht – einen Welthit der schwedischen Popgruppe Abba auf: Waterloo. Ein Lied, wie gemacht für das Ende des Tages, an dem in Österreich und Deutschland insgesamt 120 Beamte in einer konzertierten Aktion zeitgleich koordiniert ein weltweit operierendes Doping-Netzwerk mit Zentrale in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt zerschlugen.

          Aber bislang folgte auf jeden Abend ein Morgen. Am Donnerstag entschied ein Haftrichter, den Haftbefehl gegen Mark S., einst Mannschaftsarzt des in Doping-Wirren untergegangenen Gerolsteiner-Profiradrennstalls und für das Milram-Team tätig, aufrecht zu erhalten. Einstweilen ist nun die JVA Stadelheim Aufenthaltsort des Mediziners.

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