https://www.faz.net/-1qk-wghs

Konjunktur : Bernanke erwartet keine Rezession in Amerika

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Notenbankchef Bernanke unterstützt die Pläne von Präsident Bush, mit einem Konjunkturpaket die Wirtschaft anzukurbeln Bild: REUTERS

Die Konjunkturaussichten für Amerika haben sich laut dem Chef der amerikanischen Notenbank Ben Bernanke weiter verschlechtert. Dennoch sieht er zunächst keine Anzeichen für eine Rezession. Ein rasch umgesetztes Konjunkturpaket wäre „hilfreich“, sagte Bernanke.

          1 Min.

          Der amerikanische Notenbank-Chef Ben Bernanke hat seine Bereitschaft zu „substanziellen Schritten“ bekräftigt, um einer drohenden Rezession entgegenzuwirken. Derzeit sehe er aber keine Anzeichen, dass es dazu kommen werde, sagte er am Donnerstag vor dem Haushaltsausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses.

          Bernanke unterstützt jedoch die Pläne von Präsident George W. Bush für ein Aktionsprogramm, das die Wirtschaft ankurbeln soll. Der konjunkturelle Ausblick habe sich weiter verschlechtert, die Abwärtsrisiken für das Wachstum hätten sich verstärkt. Präsident Bush hatte am Donnerstag erklärt, er halte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm für dringend nötig.

          Zinssenkungen werden erwartet

          Die Lage auf den Finanzmärkten bleibe fragil, sagte Bernanke. Die nächste reguläre Zinsentscheidung der Notenbanker steht am 30. Januar an. Bernanke gab abermals deutliche Hinweise auf weitere Leitzinssenkungen. Mit Blick auf Risiken für das Wachstum im Lichte jüngster Wirtschaftsdaten, „können zusätzliche Lockerungen sehr wohl notwendig sein“, betonte er.

          An den Finanzmärkten gilt es als ausgemachte Sache, dass die Währungshüter der angeschlagenen amerikanischen Konjunktur mit einer kräftigen Zinssenkung um 50 Basispunkte unter die Arme greifen werden. Derzeit beträgt der Schlüsselzins in Amerika 4,25 Prozent. Seit dem Aufflammen der Hypothekenkrise im Sommer 2007 hatte die Notenbank den Leitzins um insgesamt einen Prozentpunkt gesenkt.

          Konjunkturindex enttäuscht

          Schlechte Nachrichten kamen auch vom Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia, der die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe in Amerika misst. Der Index ist im Januar unerwartet deutlich gesunken.

          Die schlechten Aussichten für die Konjunktur in Amerika drehten den deutschen Aktienindex Dax am Donnerstagnachmittag ins Minus. Auch die Wall Street reagierte negativ auf die mit Spannung erwartete Rede Bernankes. Vor allem die Betonung der Konjunkturrisiken drückte den Anlegern am New Yorker Aktienmarkt auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte fiel nach der Rede um rund 0,5 Prozent auf 12.405 Zähler. Zu Beginn des Handelstages hatte das Börsenbarometer noch leichte Zugewinne verbucht.

          Topmeldungen