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Klimakrise : Verbände fordern Milliarden für den Wald

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Julia Klöckner (CDU) im Juli zu Besuch im Wald von Treuenbritzen, wo sie mit Experten über die Situation der deutschen Wälder sprach. Bild: dpa

Parasiten und Trockenheit machen deutschen Wäldern massiv zu schaffen. Vor einem Treffen mit der Agrarministerin fordert die Waldwirtschaft Milliardenhilfen.

          Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält angesichts der Klimakrise eine starke Holzwirtschaft für notwendig. „Der Holzmarkt ist zusammengebrochen“, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. „Wenn wir wollen, dass der Wald wirklich unser Klimaschutz-Mitkämpfer bleibt, dann brauchen wir eine aktive Waldbewirtschaftung, also langfristiges Binden von CO2 in Holz.“

          Klöckner trifft sich heute mit Verbänden, um angesichts massiver Schäden durch Dürre und Borkenkäfer in deutschen Wäldern über Nothilfen und eine Wiederaufforstung zu beraten. Es gehe unter anderem um Fragen zur Lagerung und zum Einsatz von Holz im Bau. Das Treffen soll einen „Waldgipfel“ von Bund und Ländern am 25. September vorbereiten, bei dem konkrete Beschlüsse gefasst werden sollen.

          Die Forstwirtschaft hatte im Vorfeld einen umfassenden „Pakt für den Wald“ gefordert. Insgesamt sei mit Kosten von rund zwei Milliarden Euro zu rechnen, erläuterte der Verband der privaten Waldeigentümer (AGDW). Klöckner sagte dazu am Donnerstag im Deutschlandfunk: „Eines ist klar, dass die Bundesregierung nicht Verluste von Privatbesitzern oder kommunalen Wäldern ausgleichen kann.“ Es werde darum gehen, im allgemeinen Interesse wieder aufzuforsten.

          Vor den Beratungen der Agrarministerin mit den Fachverbänden über die aktuellen großflächigen Waldschäden hat der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) von der Bundesregierung schnelle Finanzhilfen in Milliardenhöhe gefordert. Die Regierung müsse „jetzt von der Bremse gehen“, sagte Verbandspräsident Georg Schirmbeck der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag. Er warnte zugleich vor einer Verschärfung der Lage. Wenn Hitze und Trockenheit weiter anhielten, würden ganze Waldgebiete verlorengehen.

          In Deutschland gehen seit vergangenem Jahr großflächig Bäume ein. Grund dafür sind vor allem Trockenstress und dadurch ausgelöste Folgeprobleme sowie Stürme, aber auch Waldbrände. Die Entwicklungen werden mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Insbesondere Schädlingsbefall etwa durch Borkenkäfer vernichtet große Flächen.

          Am Mittwoch hatte der Bund der Deutschen Forstleute (BDF) erklärt, in diesem Jahr werde sich die zerstörte Waldfläche seiner Einschätzung nach noch einmal auf 250.000 Hektar verdoppeln. Das entspricht der Fläche des Saarlandes. Der Berufsverband der Forstexperten forderte von der Bundesregierung ein Hilfspaket in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro. Er will unter anderem eine Milliarde Bäume pflanzen.

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