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Infarkttherapie : Chancen bei Herzinfarkt

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Herzoperation nach Infarkt: Verbesserte Therapie kann Leben retten und schwere Folgen abwenden Bild: ddp

Eine internationale Studie zeigt, dass die ständige Qualitätsverbesserung der Behandlung von Patienten mit Herzinfarkt Leben rettet: Die Sterblichkeit ist um vier Prozent gesunken und schwere Folgeschäden können häufiger abgewendet werden.

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          Die Qualität bei der Therapie des Herzinfarkts hat infolge moderner Leitlinien im Lauf der Jahre ständig zugenommen. Das kann Leben retten und schwere Folgeschäden abwenden. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine große internationale Studie, in der die einschlägigen Behandlungspraktiken von 113 Krankenhäusern in 14 Ländern genauer beleuchtet worden sind.

          Wie der schottische Kardiologe Keith Fox von der University in Edinburgh und die anderen Autoren des Projekts im „Journal of the American Medical Association“ (Bd. 297, S. 1892) berichten, wurden an den teilnehmenden Kliniken in den Jahren 1999 bis 2005 mehr als 44.000 Männer und Frauen mit akutem Herzinfarkt versorgt.

          Häufiger mit Herzkatheter

          Am Ende der Studie erhielten zwischen 10 und 50 Prozent mehr Patienten die empfohlenen Medikamente - darunter Betablocker, Statine und ACE-Hemmer - als zu Beginn der Untersuchung. Auch wurde das den Infarkt verursachende Gerinnsel seltener mit gerinnsellösenden Medikamenten und dafür häufiger mit dem Herzkatheter angegangen. Bei diesem Eingriff wird die verstopfte Kranzarterie erweitert und in der Regel mit einer Gefäßstütze, einem Stent, versehen.

          Wird das Verfahren innerhalb weniger Stunden nach der akuten Herzattacke angewendet, lässt sich das vom Infarkt betroffene Herzgewebe meist nachhaltiger vor dem Untergang bewahren als mit einer gerinnsellösenden Therapie. Eine solche Thrombolyse ist freilich besser, als wenn die Ärzte überhaupt nichts unternehmen, um das verlegte Gefäß wieder zu öffnen. Als bedauerlich bezeichnen die Autoren es daher, dass mehr als ein Viertel der Patienten sowohl auf eine Kathetertherapie als auch auf eine Thrombolyse verzichten musste. Diese Quote war über den ganzen Untersuchungszeitraum hinweg annähernd gleich.

          Sterblichkeit sank um rund vier Prozent

          Den Herzkranken, vor allem jenen mit besonders schwerem Infarkt, kam die Zunahme der Behandlungsqualität in erheblichem Maße zugute. So sank die Sterblichkeit um rund vier Prozent. Auch nahm die Zahl der Patienten, die infolge des Infarkts eine Herzschwäche oder eine Lungenembolie erlitten, um rund zehn Prozent ab. Die Vorzüge einer dem modernen Standard entsprechenden Therapie waren zudem nicht nur während des Krankenhausaufenthalts ersichtlich, sondern auch noch sechs Monate später.

          Für die Autoren sind die Ergebnisse der Studie unter anderem ein Hinweis darauf, dass sich die Infarkttherapie weltweit deutlich gebessert hat. Wie repräsentativ die Behandlungspraktiken der 113 Krankenhäuser für das jeweilige Land sind, lässt sich freilich schwer beurteilen. Offensichtlich ist nur, dass Patienten mit akutem Herzinfarkt von einer leitliniengerechten Therapie merklich profitieren.

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