https://www.faz.net/-1qk-vbac

IFA 2007 : Abschied von der Flimmerkiste

  • Aktualisiert am

Ja, was nun? Full HD, 100-Hertz-Technik oder 24p? Bild: AFP

Die Hersteller von Fernsehgeräten preisen ihre Produkte gerne mit dem Etikett „HD ready“. Es ist erfreulich, dass sich die Industrie auf ein solches Qualitätssiegel einigen konnte. Doch mit „Full HD“ kommt eine Auszeichnung, die HDTV erst richtig würdigt.

          2 Min.

          Full HD, 100-Hertz-Technik, 24p - wer sich in diesen Tagen einen neuen Fernseher anschafft, wird mit einer Vielzahl von Fachbegriffen konfrontiert. Die Techniken für höchste Bildqualität stehen auch im Blickpunkt der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin.

          Fernsehbilder werden nicht in einzelnen Bildpunkten, sondern zeilenweise übertragen. Der herkömmliche Fernseher setzt seine Bilder aus 575 Zeilen zusammen. Beim hochauflösenden Fernsehen (HDTV) mit dem Etikett „HD ready“ waren es mindestens 720 Zeilen. Dies bedeutet, dass Geräte auch dann diese Auszeichnung bekommen, wenn sie Filmmaterial in voller HDTV-Auflösung mit 1.080 Zeilen zwar anzeigen können, aber auf 720 Zeilen herunterbrechen müssen. Als „Full HD“ bezeichnen die Hersteller nun Fernsehgeräte, die tatsächlich alle 1.080 Zeilen der hohen Auflösung wiedergeben und nicht ein Viertel davon wieder zusammenstauchen.

          Nur eine Flimmerkiste

          Allerdings gibt es auch hier noch einen Haken. Solange das Bild im Zeilensprungverfahren (interlaced) übertragen wird, ist auch der neue Fernseher nur eine Flimmerkiste: Bei diesem als Halbbildtechnik bezeichneten Verfahren werden zuerst alle Bildzeilen mit einer ungeraden Nummer und dann die Bildzeilen mit geraden Nummern angezeigt, was das charakteristische Flimmern verursacht.

          Ein flimmerfreies Bild gibt es erst bei der Vollbildtechnik mit einer „progressiven“, also direkt aufeinander folgenden Anzeige der Bildzeilen. In Verbindung mit der Wiedergabe von 1.080 Zeilen wird die „progressive“ Darstellung als 1080p abgekürzt, die „Interlaced“-Darstellung als 1080i.

          Weitere Steigerung der Bildqualität

          Wenn dann noch die Bildwiederholrate auf 100 Hertz verdoppelt wird, ergibt sich eine weitere Steigerung der Bildqualität: Je schneller das Bild neu aufgebaut wird, desto klarer das Ergebnis. Zwar strahlen die Fernsehsender ihre Bilder weiter im 50-Hertz-Takt aus. Intelligente Chips der TV-Geräte errechnen jedoch daraus Zwischenbilder und kommen so auf eine flimmer- und ruckelfreie 100-Hertz-Anzeige.

          Für eine möglichst originalgetreue Wiedergabe von Kinofilmen sollten die Fernsehgeräte das Videoformat 24p unterstützen. Hollywood produziert mit 24 Bildern je Sekunde, die „progressiv“ angezeigt werden. Für die Darstellung auf dem Fernsehschirm war bislang eine Umrechnung erforderlich, die mit einer vierprozentigen Beschleunigung der Bilder verbunden war. Bei plötzlichen Kameraschwenks nimmt dies der aufmerksame Cineast als leichtes Ruckeln war. In Verbindung mit entsprechenden Abspielgeräten für hochauflösende Filme im Blue-Ray- oder HD-DVD-Format versprechen Fernsehgeräte mit 24p-Unterstützung nun beste Kino-Qualität.

          Topmeldungen

          Bau ohne Nutzen: Nach einem Brückenneubau auf unterschiedlichen Fahrbahnseiten verlegte Straßenbahngleise sind in der Innenstadt von Schwerin zu sehen.

          Rechnungshof-Bericht : So verschwenderisch ist der deutsche Staat

          Fehlendes Baumanagement, teure Apps, Zulagendschungel – an allen Ecken und Enden geht der Bund mit dem Geld der Steuerzahler sorglos um, schenkt man den Prüfern des Rechnungshofs Glauben.

          Menschenrechte in Xinjiang : Pekings alternative Fakten

          Mit einer internationalen Medienkampagne begegnet China der Kritik an der Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang. Die Veröffentlichungen im Westen haben im Machtapparat offensichtlich Unruhe ausgelöst.

          Rechtsstaatlichkeit in Ungarn : Kovacs’ Welt

          Ungarns Regierungssprecher Zoltan Kovacs verbreitet Verschwörungstheorien und haltlose Behauptungen. Wie besessen twitterte er nun aus einer vertraulichen EU-Sitzung – und fing sich eine Rüge ein. Seine Tweets lassen tief blicken.