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Die Installation „Vanished Berlin Wall“ der koreanischen Künstlerin EunSook Lee stand 2007 vor der westlichen Seite des Brandenburger Tors. Bild: AP

Historischer Irrglaube zur DDR : Es war ein Aufstand der Normalbürger

  • -Aktualisiert am

Die letzten Tage der DDR: Dreißig Jahre nach dem Mauerfall ist es höchste Zeit, mit einer Legende aufzuräumen. Ein Gastbeitrag.

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          In diesen Tagen wird uns wieder die Mär von den Oppositionellen in der DDR erzählt, deren Widerstand gegen die Diktatur zu deren Sturz geführt habe. Zunächst war es danach nur eine Handvoll von Widerständigen, die sich unter dem Dach der Kirchen gegen das DDR-System auflehnten. Schon Anfang der 1980er Jahre hätten sie mit dem Slogan „Schwerter zu Pflugscharen“ eine erste Resonanz in der Bevölkerung erzeugt. Vor allem aber seit der zweiten Hälfte der achtziger Jahre habe die Oppositionsbewegung immer mehr Menschen angezogen. Mit der Überprüfung der Auszählung der Kommunalwahlen im Mai 1989 sei gesamtgesellschaftlich offenbar geworden, welches Organisations- und Mobilisierungspotential in den Oppositionsgruppen stecke.

          Die machtvolle Demonstrationsbewegung im Herbst 1989 schließlich habe von den Friedensgebeten in den Kirchen ihren Ausgang genommen. In dieser Zeit sei die jahrelang im Schutzraum der Kirchen geführte kritische Kommunikation in die Gesellschaft eingewandert. So sei aus dem dünnen Rinnsal widerständigen Verhaltens ein reißender Proteststrom geworden, dem die SED-Spitze nichts mehr entgegenzusetzen vermochte. Ohne die Kirche und die von ihr beherbergten Oppositionsgruppierungen wäre der Umbruch in der DDR nicht zustande gekommen.

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