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G-8-Gipfel : Die Zaungäste machen sich auf

  • -Aktualisiert am

Protestaufruf vor dem Kulturzentrum „Rote Flora” in Hamburg Bild: AP

Noch vier Wochen bis zum G-8-Gipfel in Heiligendamm. Die Globalisierungskritiker sind in Hochstimmung und gut organisiert. Sie wollen diskutieren, feiern und kämpfen.

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          Wuppertal ist weit weg von Heiligendamm. Trotzdem ist der G-8-Gipfel ganz nah: Mit einem Beamer projizieren Anne und Lisa Luftbilder von Heiligendamm auf die Leinwand: Wo ist der legendäre Zaun rund ums Tagungshotel? Wo lohnen Blockaden? „Vielleicht schaffen wir es ja doch bis in die rote Zone“, feixen sie.

          Die beiden Frauen sind Aktivistinnen der Initiative Dissent. Im Wuppertaler Stadtteiltreff Alte Feuerwache mobilisieren sie an diesem Abend gegen den G-8-Gipfel. Den 30 Zuhörern bieten sie eine Bildershow mit dem Titel: „Tipps und Tricks für Kurzentschlossene“. Auf dem Info-Programm: Termine für Blockaden, Demos und Alternativgipfel - alles, was G-8-Protestler noch wissen müssen. Anne und Lisa präsentieren die „Choreografie des Widerstandes“.

          Es bleibt nicht mehr viel Zeit

          Im Lager der Globalisierungskritiker herrscht Hochstimmung. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, bis die mächtige Gruppe der Acht anrückt. Kanzlerin Angela Merkel hat dieses Jahr den G-8-Vorsitz und die Staatschefs der führenden Industrienationen an die Ostsee geladen. Vom 6. bis zum 8. Juni wollen sie dort ungezwungen plaudern - über Politik, die weltweiten Finanzmärkte und den Klimawandel. Afrika steht auch auf der Agenda.

          „Technische Sperre” und „kräfteökonomisches Ausgleichselement”
          „Technische Sperre” und „kräfteökonomisches Ausgleichselement” : Bild: dpa

          Gegner des Treffens üben viel Kritik: Die G 8 seien „die Speerspitze der neoliberalen Globalisierung“, heißt es bei Attac, der bekanntesten Organisation unter den Gipfelkritikern.

          Reden, streiten, planen

          Schon seit zwei Jahren reden, streiten und planen die Gegner des Gipfels. Mehr als 100 Organisationen haben sich in der Kampagne Block G 8 zusammengerauft: Gewerkschaftsjugend, christliche Gruppen und Antifaschisten arbeiten eng zusammen. „Wir wollen mit zivilem Ungehorsam den Gipfel blockieren“, sagt Frauke Banse von Block G 8. „Wir sprechen den G 8 jede Legitimität ab.“

          Heiligendamm, die G 8 und der Gipfel - diese Themen lassen in diesen Gruppen zurzeit kaum jemanden los: Dieses Wochenende findet in Berlin der Kongress McPlanet unter dem Motto „Klima der Gerechtigkeit“ statt. Kürzlich war Musikerlegende Bob Geldof in der Hauptstadt und forderte die G-8-Staaten auf, ihre Versprechen zur Afrika-Hilfe zu halten.

          Im Gipfelrausch

          Im vergangenen Sommer herrschte in Deutschland wegen des WM-Fiebers Ausnahmezustand. Dieses Jahr sind zumindest die Protestler im Gipfelrausch: Schon seit Monaten finden quer durch die Republik Hunderte Tagungen, Filmfestivals und Diskussionsrunden zum Thema statt. Gefragt ist: „Diskutieren, feiern, kämpfen“.

          So bunt die Themen zum Gipfel sind, so verschieden sind auch die Teilnehmer: Passend zum G-8-Treff referiert die Greenpeace-Gruppe in Bonn über die „Initiative pro Umwelt“. In Flensburg stellen Aktivisten "das Konzept Massenblockaden" vor, während es bei Attac in Göttingen um „Wissenschaft und Machenschaften im Dienste der Energiepolitik“ geht. Afrika, Umweltschutz, Energie - irgendwie gehört beim G-8-Gipfel alles zusammen. Ist doch in einer globalisierten Welt vieles verwoben: Politik, Wirtschaft, Umwelt und Kultur.

          „Wir sagen ganz klar nein“

          Doch wenn es um konkrete Forderungen und Ziele der Gipfelgegner geht, bleibt es vage. Zu hören sind lediglich die alten Parolen: „Globalisierung geht ganz anders“, ruft Attac. Und bei Block G 8: „Wir stellen keine Forderungen an die G 8, sondern sagen ganz klar nein.“

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