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Frankfurter Flughafen : Noch viele Hindernisse vor längerer Lärmpause

Nachtrandstunden im Blickpunkt

Die Ankündigung im Koalitionsvertrag, sollte mit Flughafenbetreiber, Flugsicherung und den Airlines nicht auf freiwilliger Basis eine siebenstündige Lärmpause in „angemessener Zeit“ zu erreichen sein, werde die Landesregierung eine Änderung der Betriebsgenehmigung prüfen, hat die Branche aufgeschreckt. Würde dies doch darauf hinauslaufen, die für den profitablen Interkontinentalverkehr so wichtigen sogenannten Nachtrandstunden zwischen 5 und 6 Uhr und zwischen 22 und 23 Uhr stärker zu reglementieren. Bisher ist ein pauschales Kontingent von durchschnittlich 133 Starts und Landungen erlaubt, aber nicht unerschütterlich. Das Ministerium könnte sich auf das Diktum des Bundesverwaltungsgerichts berufen, es gelte, darauf zu achten, dass in diesen Stunden nicht die Nacht zum Tag gemacht werde, weshalb der Betrieb am Frankfurter Flughafen morgens an- und abends abschwellen müsse.

Als Konsequenz wäre denkbar, die Zahl der Starts und Landungen zwischen 5 und 5.30 Uhr sowie zwischen 22.30 und 23 Uhr zu limitieren. Flughafenbetreiber Fraport, Lufthansa, Air Berlin, Condor und TUIfly hatten im Dezember, als sich der Kompromiss zum Flughafen zwischen CDU und Grünen abzeichnete, in einem gemeinsamen Schreiben an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) davor gewarnt, mit weiteren Einschränkungen werde der Standort Frankfurt im harten internationalen Wettbewerb gefährdet; schon jetzt gelte hier europaweit die strengste Nachtflugregelung. Flughafenchef Stefan Schulte hat gleichwohl angekündigt, man sei bereit, für das Ziel, die Anwohner zu entlasten, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Der Optimismus Al-Wazirs

Ob und wann längere Lärmpausen spürbar werden, vermag keiner vorherzusagen. Die Skepsis bei den Bürgerinitiativen ist ohnehin groß, sie halten die Pläne für eine „Mogelpackung“. Vor der Landesmitgliederversammlung am 21. Dezember, als die Grünen die Koalition mit der CDU beschlossen, haben Ausbaugegner in einer Demonstration daran erinnert, dass die Partei mit der Forderung eines „echten“, achtstündigen Nachtflugverbots in den Wahlkampf gezogen war.

Tatsächlich ist bei allem Optimismus, mit dem ein Verkehrsminister Al-Wazir die Aufgabe angehen will, nicht damit zu rechnen, er werde den Anwohnern einen verbindlichen Kalender präsentieren können, wann es über ihrer Kommune morgens oder abends eine Stunde länger ruhig bleibt. Dazu gibt es zu viele Unwägbarkeiten, etwa wechselnde Betriebsrichtungen oder dass aus Sicherheitsgründen zwischendurch doch eine „pausierende“ Bahn genutzt werden muss. Die programmatische Formel des Koalitionsvertrages, in der Summe solle es leiser werden, wird wohl für einige Zeit das Maß für die versprochene zusätzliche Lärmpause werden.

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