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: Wagnisfinanzierer beklagen Ausstieg der KfW

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hpa. FRANKFURT, 21. Juni. Die staatliche KfW-Bankengruppe hat den Auftrag, junge Unternehmen finanziell zu unterstützen. Aber bedeutet das zugleich, dass die Förderbank auch den deutschen Wagniskapitalgesellschaften unter die Arme ...

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          hpa. FRANKFURT, 21. Juni. Die staatliche KfW-Bankengruppe hat den Auftrag, junge Unternehmen finanziell zu unterstützen. Aber bedeutet das zugleich, dass die Förderbank auch den deutschen Wagniskapitalgesellschaften unter die Arme greifen soll? Jahrelang war die KfW für die wenigen hiesigen Wagnisfinanzierer einer der wichtigen Investoren. Mit den Zusagen der Staatsbank (im Einzelfall auch zweistellige Millionenbeträge) ließ sich so mancher Fondstopf gut füllen, zudem konnten vor allem in Asien leichter Geldgeber gewonnen werden, wenn ein Fonds das Siegel "sponsored by KfW" trug.

          Doch inzwischen hat die Förderbank beschlossen, diese Investitionen zu stoppen und die Finanzierung von Jungunternehmen allein auf den staatlichen High-Tech-Gründerfonds und den eigenen ERP-Startfonds zu konzentrieren. Beide hätten sich sehr bewährt, weshalb der nächste ERP-Startfonds auch auf 250 Millionen Euro aufgestockt wird, heißt es. "Für uns steht die Förderung von jungen Unternehmen im Vordergrund. Dafür wurde der ERP-Startfonds gegründet, der gemeinsam mit Wagniskapitalgesellschaften in Unternehmen investiert", sagt KfW-Direktor Albrecht Deißner. Die Bank könne aber nicht auf Dauer einen Markt unterstützen, der sich nicht von selbst trägt, heißt es. Und der deutsche Wagniskapitalmarkt ist bis heute nie richtig auf die Beine gekommen. Zudem hat die Förderbank mit ihren Investments in diese Fonds wohl häufig Geld verloren. Das zeige, wie riskant das Geschäft mit der Finanzierung von Jungunternehmen sei, heißt es.

          Die Wagnisfinanzierungsgesellschaften empfinden den Ausstieg der KfW als herben Schlag. Denn sie leiden seit dem Platzen der Internetblase nach 2000 chronisch unter einem Mangel an Investoren. Pensionskassen, Versicherungen oder große Stiftungen, die hohe Summen in Wagniskapitalfonds investieren, gibt es hierzulande nicht - anders als etwa in Amerika. Lediglich rund 350 Millionen Euro konnten die deutschen Fonds im vergangenen Jahr neu einwerben. Ihre amerikanischen Rivalen kamen dagegen auf 12,3 Milliarden Dollar an frischem Kapital. "In Deutschland sind die benötigten Kapitalstöcke für Venture Capital nicht vorhanden, daher ist es für die Fonds extrem wichtig, bei internationalen Anlegern Geld einwerben zu können", sagt Hanns Ostmeier, der Präsident des deutschen Branchenverbands der Beteiligungsgesellschaften (BVK). "Die KfW leistete dabei als Ankerinvestor eine Orientierungsfunktion für andere Anleger", betont er.

          In der Hoffnung, den verantwortlichen KfW-Vorstand Axel Nawrath noch einmal umstimmen zu können, haben einige große deutsche Wagnisfinanzierungsgesellschaften (Earlybird, Target Partners, Wellington Partners) nun einen Brief an die Förderbank verfasst, in dem sie auf ihre missliche Situation und die weiteren Schwierigkeiten in der Investorensuche hinweisen. Als Kompromiss könnte sich die KfW künftig ja auch mit kleineren Summen an den Wagniskapitalfonds beteiligen, heißt es in der Branche. "Auch ein geringeres Engagement würde helfen, wichtig ist, dass die KfW weiter mit an Bord bleibt", sagt Ostmeier. Wenn die Förderbank dagegen Wagniskapital nur über die staatlichen Vehikel bereitstellt, dann werden damit zwar auch junge Unternehmen finanziert, räumt ein langjähriger Branchenfachmann ein. "Aber damit kommt kein einziger ausländischer Investor zusätzlich nach Deutschland", urteilt er.

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