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: Sennheiser kämpft vehement gegen Produktpiraten

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schä. WEDEMARK, 15. Juni. Gegen Ende seines Vortrags zeigt Volker Bartels ungeahnte Härte. "Das sind Strukturen wie in der Mafia und Gewinnspannen wie im Drogenhandel", schimpft der Sprecher der Unternehmensleitung von Sennheiser.

          schä. WEDEMARK, 15. Juni. Gegen Ende seines Vortrags zeigt Volker Bartels ungeahnte Härte. "Das sind Strukturen wie in der Mafia und Gewinnspannen wie im Drogenhandel", schimpft der Sprecher der Unternehmensleitung von Sennheiser. Bartels spricht über Produktpiraten, die dem niedersächsischen Familienunternehmen immer stärker zusetzen. Sennheiser liefert professionelle Konferenz- und Bühnentechnik, vor allem aber produziert der Konzern hochpreisige Kopfhörer und Mikrofone. Nahezu ideale Ziele für Fälscher, die ihre vermeintlich echten Markenartikel günstig über das Internet vertreiben.

          Bartels schätzt, dass Sennheiser durch die billigen Kopien jedes Jahr bis zu 10 Millionen Euro Umsatz entgehen. "Noch schädlicher aber ist der Imageschaden", ergänzt Jörg Sennheiser, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Sohn des verstorbenen Firmengründers Fritz Sennheiser. "Obwohl die Nachahmer-Produkte wirklich Schrott sind", merkten manche Kunden nicht, dass sie eine Fälschung gekauft haben. "Die halten das für ein echtes Sennheiser-Produkt und denken: Mensch, haben die nachgelassen." Kampflos ergeben will sich der Mittelständler jedoch nicht. Um die Flut der Fälschungen zumindest einzudämmen, investiere das Unternehmen inzwischen mehrere tausend Arbeitsstunden pro Jahr. "Wir lassen uns das nicht gefallen", betonte Bartels bei der Bilanzvorlage am Firmensitz in Wedemark nahe Hannover. Sennheiser bringt jeden Verstoß gegen Patente, Gebrauchsmuster und Markennamen vor Gericht. Das Unternehmen durchsucht zudem zahlreiche Marktplätze im Internet nach Fälschungen und lässt die entsprechenden Seiten sperren. Darüber hinaus organisiere Sennheiser in Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden Razzien, vor allem in China. Anders als gängige Vorurteile nahelegten, seien die chinesischen Behörden in den vergangenen Jahren deutlich kooperativer geworden.

          Gut funktioniert derzeit auch die Zusammenarbeit mit den großen Künstlern der Musikszene. Pink, Seal oder Herbert Grönemeyer; sie alle nutzen für ihre Konzerte Technik aus der Wedemark. Auch die derzeit besonders angesagte Pop-Sängerin Lady Gaga schwört auf die drahtlosen Mikrofone aus dem Hause Sennheiser, berichtete Jörg Sennheiser. Der amerikanische Technologiekonzern Apple empfiehlt den Käufern eines iPods ebenfalls, Kopfhörer aus dem Hause Sennheiser zu kaufen.

          Was die Ziele für dieses Geschäftsjahr angeht, hielt sich Sennheiser bedeckt. 2011 sei bislang sehr gut gelaufen, sagte Bartels. Sennheiser wolle profitabel wachsen, vor allem in Asien und Australien. Nennenswerte Übernahmen seien in den nächsten Monaten nicht geplant. Das Unternehmen soll auch künftig vollständig im Familienbesitz bleiben. Das vergangene Jahr verlief für Sennheiser sehr erfreulich. Im Vergleich zum schwachen Vorjahr stieg der Nettogewinn des Unternehmens um das Sechsfache auf 22,6 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 20 Prozent auf 468 Millionen Euro zu.

          Für den starken Zuwachs seien keine Zukäufe verantwortlich, betonte Bartels. Das Unternehmen sei in allen Vertriebsregionen organisch gewachsen. Hierfür machte er das sehr gute Jahresendgeschäft und das Geschäft mit Profiausstattungen verantwortlich. Letzteres hatte bis Ende Mai 2010 unter der Unsicherheit zu leiden, auf welchen Frequenzen drahtlose Mikrofone künftig störungsfrei senden dürfen. Seitdem dies geklärt ist, steige die Nachfrage rapide.

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