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: Senioren lassen sich liften

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Die Lifta Lift und Antrieb GmbH in Köln ist mit knapp 50 Prozent Marktanteil Marktführer für Treppenlifte in Deutschland. 1977 wurde Lifta als Schwesterunternehmen aus einem in der Fahrstuhlbranche tätigen Unternehmen heraus gegründet.

          Die Lifta Lift und Antrieb GmbH in Köln ist mit knapp 50 Prozent Marktanteil Marktführer für Treppenlifte in Deutschland. 1977 wurde Lifta als Schwesterunternehmen aus einem in der Fahrstuhlbranche tätigen Unternehmen heraus gegründet. Mittlerweile konkurrieren zahlreiche Wettbewerber in der Treppenlift-Branche, die sich überwiegend aus kleinen und einigen wenigen mittelständischen Unternehmen zusammensetzt. Mit rund 16 000 verkauften Liften und 240 Mitarbeitern erzielte Lifta im vergangenen Jahr einen Umsatz von 59,9 Millionen Euro, das war ein Zuwachs von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

          Jedoch hat die Wirtschaftskrise auch bei Lifta Spuren hinterlassen, denn in den Jahren zuvor verzeichnete man im Durchschnitt größere Umsatzsteigerungen. "Die Krise hat uns längst nicht so getroffen wie viele andere Unternehmen. Der Grund liegt darin, dass wir von unseren Alleinstellungsmerkmalen profitieren, die wir konsequent über Jahre aufgebaut haben. Und natürlich auch davon, dass die demographische Entwicklung hin zu einer älter werdenden Gesellschaft immer deutlichere Züge annimmt", sagt Axel Jaschek, einer der Geschäftsführer von Lifta. Darüber hinaus wollen immer mehr ältere Menschen in den eigenen vier Wänden wohnen, statt in ein Heim zu ziehen. Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Mobilität im eigenen Haushalt spielen gerade für ältere Menschen eine zentrale Rolle.

          Lifta hat in seiner Firmengeschichte insgesamt mehr als 70 000 Treppenlifte für hilfsbedürftige Menschen verkauft. Vom TÜV Süd wurde Lifta mit dem Siegel für Servicequalität und Kundenzufriedenheit ausgezeichnet. Darüber hinaus hat man Treppenliftmodelle mit GS-Prüfsiegel im Sortiment. Für die Zufriedenheit der Kunden sorgen auch mehr als 100 bundesweit stationierte Servicestationen, die täglich rund um die Uhr erreichbar sind. Der Preis für einen Treppenlift liegt zwischen 3000 und 20 000 Euro. Die große Spannweite rührt daher, dass ein Treppenlift meist individuell an die Treppe und an die Bedürfnisse der Kunden angepasst wird. Ein Lift mit gerader Schiene ist deutlich billiger als ein Lift mit geschwungener Schiene.

          Seit zwei Jahren bietet Lifta in Kooperation mit der Deutschen Bank eine Finanzierung der Aufstiegshilfen an. Darüber hinaus ist auch das Mieten der Lifte möglich, was inzwischen 8 Prozent des Absatzes ausmacht. "Obwohl sich unsere Klientel ohne Probleme einen Lifta leisten kann und in vielen Fällen noch eine Bezuschussung von der Pflegekasse erfolgt, möchten wir es auch Menschen mit niedrigerem Einkommen ermöglichen, sich einen Treppenlift anzuschaffen", erläutert Jaschek. So fallen für einen geraden Treppenlift eine monatliche Mietrate von 98 Euro und eine einmalige Teilzahlung an. Axel Jaschek bemerkt auch, dass immer mehr Kinder einen Treppenlift für ihre Eltern bestellen. Stammte im Jahr 2000 jede zehnte Anfrage bei Lifta von jüngeren Angehörigen, so war es im Jahr 2009 schon jede dritte.

          Eine große Herausforderung scheint weiterhin in der Verbesserung des Images eines Treppenliftes zu liegen. Das Klischee eines klinisch anmutenden Hilfsmittels ist noch weit verbreitet. An der Entwicklung der neuen Modellreihe "Avantgarde" war deshalb die bekannte Designagentur Seymourpowell beteiligt. Mittlerweile stammt jeder dritte Lifta aus dieser neuen Produktserie. "Unser Ziel ist es, als ganz normaler Einrichtungsgegenstand wahrgenommen zu werden. Das ist noch ein weiter Weg, aber die Brille ist vielleicht ein Beispiel dafür, dass so etwas realistisch ist. Früher wurde sie belächelt, heute ist sie ein modisches und selbstverständliches Produkt, ja sogar Accessoire", meint Jaschek.

          In Zukunft möchte man die Internationalisierung der Produkte verstärken und die Marktposition in Österreich ausbauen.

          Marcel König Östringen, Leibniz-Gymnasium

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