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: Puma stellt sich auf unberechenbares Jahr ein

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kön. NÜRNBERG, 18. Februar. Die Puma AG bereitet sich mit einem strikten Kostenprogramm auf ein schwieriges Jahr 2009 vor. Die Sicherung der Liquidität hat für den Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz sogar Vorrang vor der Profitabilität.

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          kön. NÜRNBERG, 18. Februar. Die Puma AG bereitet sich mit einem strikten Kostenprogramm auf ein schwieriges Jahr 2009 vor. Die Sicherung der Liquidität hat für den Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz sogar Vorrang vor der Profitabilität. Der Chef des hinter Nike und Adidas drittgrößten Sportartikelherstellers sieht derzeit nur Düsteres. "Wir planen für den schlimmsten Fall und hoffen das Beste", sagte er am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Nürnberg. Die großen Sportereignisse wie Olympische Spiele oder die Fußball-Europameisterschaft fehlen. Das Konsumumfeld ist für Zeitz unberechenbar geworden. Eine Prognose für 2009 lehnte er wegen der Unsicherheiten kategorisch ab. Das Mittelfristziel eines Umsatzes von 4 Milliarden Euro im Jahr 2010 hat er kassiert, da Puma von Akquisitionen die Finger lässt.

          "Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht Probleme mit der Finanzierung unseres operativen Geschäftes bekommen", sagt der Unternehmenschef. Die Prioritäten sind für Zeitz klar: Der Mittelzufluss (Cashflow) muss positiv sein; Risiken durch Zukäufe würden nicht eingegangen. Mit einer Eigenkapitalquote von 62 Prozent, vor allem aber mit einem Kassenbestand von 375 (Vorjahr 523) Millionen Euro, steht Puma derzeit vergleichsweise gut da. Doch hat das Unternehmen, das zu 65 Prozent dem französischen Luxusgüterkonzern PPR gehört, Pläne für eine schnelle Reaktion auf eine weitere Zuspitzung in der Schublade liegen. "Wir stellen alles auf den Prüfstand, was die Kosten betrifft", sagte Zeitz. Bereits im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2008 hat Puma Maßnahmen eingeleitet, die das operative Ergebnis mit 25 Millionen Euro belasteten. Das führte zu einem Einbruch im Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 77 Prozent auf 12,8 Millionen Euro in den letzten drei Monaten. Der Konzerngewinn brach sogar um 79 Prozent auf 8,1 Millionen Euro ein.

          Der amerikanische Konkurrent Nike hat gerade erst ein Sparprogramm mit dem Abbau von 1400 Stellen oder 4 Prozent der Arbeitsplätze angekündigt. Wie Puma beklagte auch er die schwierigen Märkte in Asien, vor allem in Japan und China, sowie in Amerika. Nike meldete aber noch einen Gewinn- und Umsatzanstieg im zweiten Quartal, das im November endete. Der in Herzogenaurach benachbarte Wettbewerber Adidas veröffentlicht seine Zahlen erst in zwei Wochen, hatte aber nach dem schlechten dritten Quartal die Prognose zurückgenommen und einen Einstellungsstopp im Inland angekündigt.

          Personalmaßnahmen habe es bei Puma im vierten Quartal nicht gegeben. Doch will Zeitz solche Maßnahmen grundsätzlich für die Zukunft nicht ausschließen. Die Belastungen umfassten bisher Abwertungen von Lagerbeständen, Strukturaufwendungen wie für das Schließen von unrentablen Läden oder die Kündigung von Sponsorenverträgen. Nun werden die Investitionen von 119 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 65 bis 75 Millionen Euro in diesem Jahr zurückgeführt - entgegen ursprünglich geplanten rund 100 Millionen Euro. Allein 20 Millionen Euro davon entfallen auf die neue Firmenzentrale in Herzogenaurach. Auch die Vertriebsaufwendungen gehören zur Stellschraube. Die Marketingkosten stiegen 2008 deutlich auf 528 (448) Millionen Euro.

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