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: Palettenhersteller leiden unter steigenden Holzpreisen

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csc. MONTABAUR, 22. Mai. Die Geschäfte des Herstellers von Holzpaletten Hapack Packmittel GmbH & Co. KG in Montabaur laufen - für sich genommen blendend. Allerdings machen der Branche die steigenden Holzpreise zunehmend Sorgen.

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          csc. MONTABAUR, 22. Mai. Die Geschäfte des Herstellers von Holzpaletten Hapack Packmittel GmbH & Co. KG in Montabaur laufen - für sich genommen blendend. Allerdings machen der Branche die steigenden Holzpreise zunehmend Sorgen. Von einem "geradezu überbordenden" Geschäft spricht Joachim Hasdenteufel, der das mittelständische Unternehmen in dritter Generation führt. Nach einem ungewöhnlich starken Jahresauftakt rechnet er für das Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von rund 20 Prozent auf 8 Millionen Euro.

          Bis zu 90 Paletten produziert die Anlage in der Stunde, die er in seinem Betrieb betreibe, berichtet Hasdenteufel. Für die Paletten kommen deutlich mehr Bestellungen von Chemie- und Automobilzulieferern, die darauf Behälter mit Chemikalien oder etwa Reifen transportieren. Auch die Transportverpackungen - dies ist die zweite große Sparte von Hapack - ziehen vor allem dank der Aufträge aus dem Maschinenbau kräftig an. Derzeit verpacken mehrere Beschäftigte bei einem Kunden eine Gitterrohschweißmaschine für den Versand nach China. Fünfzehn Seecontainer und etliche Kisten wird die Lieferung umfassen. Die Maschinenteile werden in den Containern fixiert und in Folie eingeschweißt, um Schäden auf dem langen Transportweg zu verhindern. Auch Fertighäuser des ebenfalls im Westerwald ansässigen Herstellers Huf Haus hat Hapack schon nach China verschickt.

          Die deutsche Holzpackmittelbranche, die mehrere hundert zumeist kleine Unternehmen umfasst, profitiert derzeit stark vom Konjunkturaufschwung. Schon seit dem Frühjahr vergangenen Jahres sei ein kräftiger Nachfrageschub zu spüren, berichtet Siegfried von Lauvenberg, Geschäftsführer des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE). Bereits im vergangenen Jahr steigerten die rund 150 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten ihren Umsatz um knapp 20 Prozent auf 991 Millionen Euro. Für das laufende Jahr erwartet Lauvenberg angesichts der stabilen Nachfrage aus dem Ausland und des wachsenden Heimatmarkts ein weiteres Umsatzplus von 10 Prozent.

          Sorgen bereiten der Branche allerdings die stark gestiegenen Rohstoffkosten. Im ersten Quartal lagen die Preise für Massivholz, das für Paletten verwendet wird, nach Verbandsangaben um 14,2 Prozent über dem Vorjahr und damit auf einem Rekordniveau. Gegenüber 2005 - als der Verband seinen Holzpreisindex einführte - betrage der Anstieg 50 Prozent, berichtet Lauvenberg. Ähnlich hätten sich die Preise für das Verpackungsholz entwickelt. Zwar verteuerten sich auch die Paletten (plus 7 Prozent) und die Holzverpackungen (plus 2 Prozent) im vergangenen Jahr. Der Branche gelingt es jedoch laut Lauvenberg nicht, die höheren Kosten in vollem Umfang an die Kunden weiterzugeben.

          Schon im vergangenen Jahr habe er seine Preise zweimal angehoben, berichtet auch Hasdenteufel. Jetzt stehe schon die nächste Erhöhung an. "Das sind immer harte Kämpfe mit den Kunden", sagt der Chef von Hapack. Trotzdem könne er nur etwa die Hälfte der Kostensteigerungen weiterreichen, worunter die Ertragslage zu leiden habe.

          Die Versorgung mit Holz halte mit der steigenden Nachfrage nicht mehr mit, stellt Lauvenberg fest. Die Hauptursache sieht Johannes Schwörer, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie und Geschäftsführer des Fertighausherstellers Schwörer Haus, in der zunehmenden energetischen Nutzung von Holz. Durch die staatliche Förderung von Pelletheizungen und Biomassekraftwerken sei eine Marktverzerrung zu Lasten der Holzwerkstoffindustrie entstanden, beklagt er.

          "Waldholz sollte aus Gründen des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung in einem ersten Schritt nur an die holzbearbeitende und -verarbeitende Industrie abgegeben werden", fordert Schwörer. Eine Verbrennung des Holzes solle erst am Ende der Nutzungskette stehen. Darüber hinaus dringt die Holzpackmittelbranche darauf, für die Besitzer von Privatwäldern Anreize zu schaffen, das Einschlagvolumen zu erhöhen.

          Die deutschen Hersteller von Paletten und Holzpackmitteln verbrauchen nach Angaben des Bundesverbands Holzpackmittel rund 6 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz im Jahr und zählen damit neben der Bau- und der Möbelindustrie zu den größten Abnehmern. Produziert werden in Deutschland jedes Jahr schätzungsweise 21 Millionen Kubikmeter Schnittholz. Weitere knapp 4 Millionen Kubikmeter werden jedes Jahr aus Skandinavien und Osteuropa importiert.

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