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: Neue Pläne für Merck Finck

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ham. FRANKFURT, 30. März. Die Eigentümer der Münchener Privatbank Merck Finck & Co kommen am Donnerstag erstmals nach dem geplatzten Verkauf an die indische Hinduja-Gruppe zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

          ham. FRANKFURT, 30. März. Die Eigentümer der Münchener Privatbank Merck Finck & Co kommen am Donnerstag erstmals nach dem geplatzten Verkauf an die indische Hinduja-Gruppe zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Favorisiert wird nun offenbar ein Börsengang, heißt es in Finanzkreisen. Die Bank äußerte sich dazu nicht.

          Merck Finck gehört zu einem Zusammenschluss europäischer Privatbanken namens KBL, der 46 Milliarden Euro Privatkundengeld verwaltet und der belgischen Bank KBC gehört. KBC brauchte 7 Milliarden Euro Staatshilfen im Jahr 2009 und hat deshalb von der EU die Auflage bekommen, sich von KBL zu trennen.

          Bislang wurde der Verbund an europäischen Privatbanken, zu dem neben Merck Finck in Frankreich KBL Richelieu Banque Privée, in Großbritannien Brown Shipley und in der Schweiz KBL Swiss Private Banking gehören, nur in Gänze angeboten. Auch weil sich die Sinnhaftigkeit der den Privatkundenverbund steuernden Holding-Gesellschaft in Luxemburg nicht jedermann erschließt, war der Verkaufsprozess zäh gewesen. Für das Bankhaus Merck Finck allein, das 10 Milliarden Euro verwaltet und dabei vor allem vom Klang seines guten Namens lebt, hatten sich auch die Schweizer Banken Vontobel und Julius Bär interessiert. Doch für den gesamten Verbund war die indische Hinduja-Gruppe fast der einzige Interessent gewesen. Hinduja bekam daraufhin im Mai 2010 den Zuschlag, Die Hinduja-Familie zahlt insgesamt 1,35 Milliarden Euro für die KBL European Private Bankers, zu der neben Merck Finck noch neun weitere Finanzhäuser gehören. Vor wenigen Tagen aber scheiterte der Kauf an der Luxemburger Bankenaufsicht (F.A.Z. vom 17. März). Angeblich hatte sie Zweifel, dass die Hinduja-Gruppe ausschließlich weißes Geld für den Kauf verwenden wollte.

          Nun hatte es nach dem Platzen des Geschäftes Spekulationen gegeben, KBC könnte nun sein Vorgehen ändern und den Verbund Käufern auch in Teilen anbieten. So hatte Theodor Weimer, der Vorstandsvorsitzende der Münchener Hypo-Vereinbank (HVB), Interesse an Merck Finck erkennen lassen. Offenbar aber verfolgt der Strategieausschuss von KBL eine andere Option. Er dürfte prüfen, ob ein Börsengang aussichtsreich sein könnte.

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