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Glosse Wirtschaft : Vorverurteilungen

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Das Getöse um den Korruptionsfall Siemens klingt leise aus. Ein ehemaliger ranghoher Manager - Thomas Ganswindt - ist auf die Anklagebank gesetzt worden und kam mit blauem Auge davon. Gegen den früheren Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger wird gar nicht erst Anklage erhoben.

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          Das Getöse um den Korruptionsfall Siemens klingt leise aus. Ein ehemaliger ranghoher Manager - Thomas Ganswindt - ist auf die Anklagebank gesetzt worden und kam mit blauem Auge davon. Gegen den früheren Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger wird gar nicht erst Anklage erhoben. Die juristische Realität hat sich für die Konzernmanager als bei weitem nicht so gravierend herausgestellt wie die Vorverurteilungen. Gut möglich, dass auch gegen den dritten beschuldigten früheren Vorstand, Uriel Sharef, eine Anklage nicht zugelassen wird. Das alles ist eine Ohrfeige für die staatlichen Ermittler aus München, die offenbar ungeachtet der Sachlage ihrem Egotrip nachgegangen sind und Sittenpolizei gespielt haben. Es ist auch ein Rückschlag für den Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme, der sich als besonders penibler Aufräumer in Sachen Schmiergeldaffäre hervorgetan hat und in Erklärungsnot gerät: Was haben Ermittlungen, die 850 Millionen Euro teure Untersuchung der Kanzlei Debevoise & Plimpton Erhellendes beigetragen, dass strafrechtlich so wenig herauskommt? Denn die Korruption im großen Stil hat es ja gegeben. Bitter ist, dass persönliche Eitelkeiten die Aufklärung kriminellen Handelns vereitelt haben.

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