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: Die Ruhe im Hause Bettencourt ist wieder dahin

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Die Versöhnung in der französischen Industriellenfamilie Bettencourt ist erst ein halbes Jahr alt, da hängt der Haussegen bei den Großaktionären von L'Oréal schon wieder schief. Die Tochter Françoise Bettencourt-Meyers ist abermals ...

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          Die Versöhnung in der französischen Industriellenfamilie Bettencourt ist erst ein halbes Jahr alt, da hängt der Haussegen bei den Großaktionären von L'Oréal schon wieder schief. Die Tochter Françoise Bettencourt-Meyers ist abermals der Ansicht, dass unehrliche Berater ihrer 88 Jahre alten Mutter Liliane das Geld aus der Tasche ziehen. Weil die Mutter aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr zu vernünftigen Entscheidungen in der Lage sei, haben die Anwälte der Tochter abermals ein Vormundschaftsgericht angerufen. Die Mutter sei empört über diesen neuen Angriff, heißt es in ihrem Umfeld, und ihr Anwalt weist jeden Vorwurf von Fehlverhalten zurück.

          Diesmal geht es um eine Investition von Liliane Bettencourt, der reichsten Frau Europas, in Höhe von 143 Millionen Euro in eine Gesellschaft des französischen Unternehmers Stéphane Courbit. Dieser ist unter anderem im Geschäft mit Online-Poker und Online-Wetten tätig. Der Anwalt von Liliane Bettencourt, Pascal Wilhelm, stehe dabei in einem Interessenkonflikt, klagt die Tochter, denn er arbeite nicht nur für ihre Mutter, sondern auch für Betclick - eine Gesellschaft des Investitionsempfängers Courbit.

          Geschäfte mit einer Wettgesellschaft passten nicht zu den Bettencourts, findet die Tochter. Sie sei entgegen der Vereinbarung vom Dezember auch nicht über die Investition informiert worden. Überhaupt sei ihre Mutter abermals von ihrer Entourage so abgeschirmt, dass die Tochter bei einer Sekretärin oder einem Krankenpfleger um einen Termin bitten müsse, um sie zu sehen.

          Liliane Bettencourt weist darauf hin, dass ihre Tochter heute einen größeren Teil der L'Oréal-Dividenden bekäme als früher und sie vom Streit davor die Gerichtskosten von 12 Millionen Euro übernommen habe. So steht wieder Wort gegen Wort wie schon bei dem gerade erst beendeten Familienkrach. dabei ging es rund drei Jahre lang um die Zuwendungen der Mutter an den befreundeten Fotografen François-Marie Banier in Höhe von rund 1 Milliarde Euro. Zum Opfer des Familienkrachs wurde auch der französische Haushaltsminister Eric Woerth, dessen Frau als Finanzberaterin von Liliane Bettencourt arbeitete. Woerth musste schließlich nach Vorwürfen der Begünstigung in Steuerfragen zurücktreten.

          Die Konzernführung des weltgrößten Kosmetikherstellers L'Oréal, den Mutter und Tochter zusammen mit dem Schweizer Nestlé-Konzern kontrollieren, hatte sich im Dezember offenbar zu früh gefreut: "Dieser glückliche Ausgang ist für unsere Gruppe und ihre Mitarbeiter sehr positiv, weil die Familie auf eine starke und geeinte Weise dem Unternehmen ihre Unterstützung zusagt", schrieb der Vorstandsvorsitzende Jean-Paul Agon seinerzeit.

          chs.

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