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Vogelkunde : Gelbspötter und Stare können sogar Handyklingeltöne nachmachen

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Bild: Andrea Koopmann

Ostdeutsche Buchfinken rufen anders als süddeutsche - auf Exkursion mit einem schwäbischen Ingenieur und Vogelkundler

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          In Deutschland glaubt man immer noch, dass der Vogelbeobachter eine Meise hat“, sagt Armin Dammenmiller schmunzelnd. „In England ist das anders, dort erscheint auch die beste Literatur zur Ornithologie.“ Der 53-jährige Diplomingenieur wohnt mit seiner Frau und seiner Tochter in Iggingen, einem Dorf am Fuße der Schwäbischen Alb. Was anfangs als Hobby zum Ausgleich gedacht war, beansprucht nun fast seine gesamte Freizeit. Als Vorsitzender des Naturschutzbundes Schwäbisch Gmünd hat er viel zu tun: Dammenmiller kontrolliert Gutachten, verfasst Stellungnahmen, organisiert Veranstaltungen und betreut Projekte.

          Im Frühling hat er Nistkästen bei Schorndorf im Remstal errichtet. Die Vogelkästen dienen nicht nur den Vögeln, auch Fledermäuse finden in ihnen einen optimalen Wohnraum. Und wenn sich mal ein Feldhase ins Haus oder eine Fledermaus ins Büro verirrt, wird Dammenmiller zu Hilfe geholt. Wenn er Zeit hat, fotografiert er gerne. So ist das Fotografieren neben dem Kartieren sein Ausgleich geworden, hierbei beobachtet er Flugvögel und ihre Routen durch Deutschland.

          Sie fahren 30 Kilometer, um Grünspechte zu sehen

          Heute trägt er eine braune Jacke, Wanderhose, Käppi, Rucksack und eine rahmenlose Brille. Es ist sieben Uhr, sonntagmorgens und trüb, dennoch sind Menschen zur Vogelexkursion in Urbach, 30 Kilometer entfernt von Stuttgart, gekommen, um Grünspechte zu sehen. Die Streuobstwiesen und der angrenzende Wald sind ein Fauna-Flora-Habitat, der darin befindliche Bergsturz ist ein eingetragenes Naturschutzgebiet. Bis zu sieben Grünspechtpaare sind hier zu finden. Die Wiesen zählen zu den artenreichsten Ökosystemen in Süddeutschland, weil sie mehrere verschiedene Biotope aufweisen, erklärt Dammenmiller.

          „Das ist ein Rotkehlchen. Es ist morgens der erste und abends der letzte Vogel, der singt“, sagt der Vorsitzende des Nabu Gmünd. Er holt ein kleines Gerät aus dem Rucksack. „So, jetzt werden wir den Grünspecht ein wenig mit der Klangattrappe ärgern.“ Bereits beim zweiten Mal, als das Gerät den Grünspecht nachgeahmt hat, kommt tatsächlich einer angeflogen. Gespannt schauen die Teilnehmer durch ihre Ferngläser. „Man kann sagen, dass Vögel Dialekte haben. Durch Klangattrappen, auf die nur regionale Vögel reagiert haben, hat man kleine regionale Unterschiede festgestellt“, erklärt Dammenmiller leise. „So rufen Buchfinken in Ostdeutschland anders als in Süddeutschland.“ Außerdem könne ein Vogel, wie zum Beispiel der Gelbspötter oder der Star, über hundert Vogelsprachen, ja sogar Handyklingeltöne nachahmen. Vor kurzem hat Armin Dammenmiller sich nicht wenig gewundert, als er auf einmal eine Stockente hörte, aber oben im Baum eine Singdrossel entdeckt hat.

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