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: Türkei beschießt Ziele in Syrien nach Mörserangriff

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ISTANBUL/KAIRO, 15. Februar (dpa/AFP/Reuters). Als Reaktion auf einen Mörserangriff aus Syrien haben türkische Soldaten am Freitag abermals Ziele in dem ...

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          ISTANBUL/KAIRO, 15. Februar (dpa/AFP/Reuters). Als Reaktion auf einen Mörserangriff aus Syrien haben türkische Soldaten am Freitag abermals Ziele in dem Nachbarland mit Artillerie beschossen. Die syrische Mörsergranate sei auf der türkischen Seite der Grenze in einem Waldstück bei Yayladagi in der Provinz Hatay eingeschlagen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Sie sei nur etwa einen Kilometer von einem türkischen Armeelager entfernt explodiert. Auf syrischer Seite der Grenze gebe es Kämpfe zwischen syrischen Rebellen und Regierungstruppen. Seit einigen Monaten lässt die türkische Regierung die Armee mit Artillerie nach Syrien zurückfeuern, wenn nach Schüssen auf das eigene Staatsgebiet Angreifer mit Radar lokalisiert werden können. Die in der Südtürkei stationierten deutschen, amerikanischen und niederländischen Patriot-Einheiten der Nato dienen nur zur Abwehr von Raketenangriffen.

          Aus Syrien wird derweil immer häufiger von Massenentführungen berichtet. Die Freiheitsberaubungen hätten „professionellen Charakter“, urteilte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Allein am Donnerstag entführten Bewaffnete nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation mehr als 100 Personen im Nordwesten des Landes. Ein bewaffnetes Kommando habe in der Region Idlib zunächst mindestens 40 Zivilisten verschleppt, die in einem Bus unterwegs nach Damaskus gewesen seien. Die Personen stammen nach den Angaben aus schiitisch geprägten Dörfern. Später hätten Bewaffnete aus diesen Dörfern etwa 70 Zivilisten aus nahe gelegenen sunnitischen Dörfern entführt. Präsident Baschar al Assad gehört der schiitischen Glaubensrichtung der Alawiten an; gegen sein Regime kämpfen auch sunnitische, mit Al Qaida verbündete Extremisten.

          Die regimenahe Nachrichtenseite „Al Hakika“ meldete am Freitag, dass Regimegegner nach der Eroberung der Kleinstadt Al Schadadi Dutzende Angestellte einer staatlichen Ölfirma getötet hätten. Hunderte von Zivilisten seien zudem von Angehörigen der islamistischen Al-Nusra-Front verschleppt worden. Diese islamistische Gruppe berichtete lediglich, ihre „Gotteskrieger“ hätten Al Schadadi am Donnerstag nach einer dreitägigen Schlacht vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

          Das Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition bekräftigte abermals seine Bereitschaft zu Gesprächen mit Vertretern des Assad-Regimes. Ziel eines solchen Dialogs müsse aber die Ablösung Assads sein, sagte Walid Bunni aus dem Politbüro der Gruppe. Als Gesprächspartner würden nur Regierungsmitglieder akzeptiert, die sich nicht an der Niederschlagung des Aufstandes beteiligt hätten.

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