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: Terminal auf Pariser Flughafen eingestürzt

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PARIS, 23. Mai (dpa). Beim Teileinsturz des modernsten Terminals auf dem Pariser Großflughafen Roissy Charles-de-Gaulle sind am Sonntag mindestens fünf Personen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

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          PARIS, 23. Mai (dpa). Beim Teileinsturz des modernsten Terminals auf dem Pariser Großflughafen Roissy Charles-de-Gaulle sind am Sonntag mindestens fünf Personen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Auf einer Länge von 30 Metern brach die 450 Meter lange Röhre aus Beton, Stahl und Glas des Terminals 2E zusammen. Eine verglaste Brücke, die in mehreren Meter Höhe nach außen zu den Flugzeugen führt, brach. Es war kurz vor 7 Uhr morgens, als der Beton zu bersten begann. Zeugen hörten ein Knistern und Knacken, und es traten Risse im Gemäuer auf. Als die Polizei den gefährdeten Bereich absichern wollte, brach das Dach in sich zusammen. Warum die Betonstruktur nachgab, soll eine Untersuchungskommission herausfinden. "Nichts deutet auf einen Terroranschlag hin", versicherte Verkehrsminister Gilles de Robien. Die Feuerwehr organisierte einen Großeinsatz. Das Terminal 2E wurde evakuiert und am Sonntag auf absehbare Zeit komplett für den Verkehr gesperrt. Das Ausmaß der Behinderungen im Flugverkehr in diesem Sommer sei noch nicht sicher, teilte die Flughafenverwaltung mit. Täglich wurden an dem Terminal 60 Flüge, zumeist Interkontinentalflüge, abgefertigt. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich Passagiere auf dem Weg nach Prag sowie aus dem amerikanischen Newark und aus Johannesburg in dem Gebäude. Das elegant geschwungene Terminal 2E ist für die gleichzeitige Abfertigung von siebzehn Flugzeugen ausgelegt und wurde bereits für den Super-Airbus A380 konzipiert, der 555 bis 800 Passagieren Platz bieten soll. Schon die Eröffnung des 750 Millionen Euro teuren Prestigebaus hatte sich verzögert: Ausgerechnet bei der Bauabnahme war ein Teil der Beleuchtung von der Decke gestürzt. Die Gewerkschaft UNSA klagte über hohen Termindruck bei der Fertigstellung. Die Flughafengesellschaft ADP bestritt dies.

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