https://www.faz.net/-1w1-6mmaz

Haushaltsgeräte auf der IFA : Es wird Energie gespart, koste es, was es wolle

  • -Aktualisiert am

Schmuckstück: Wasserkocher von Graefe Bild: Hersteller

Für Deutsche wird Energiesparen fast schon zum Volkssport. Wenn Haushaltsgeräte angeschafft werden, dann möglichst nur „grüne“. Die Auswahl wird immer größer, wie auf der IFA zu sehen ist.

          4 Min.

          Das Plus-Zeichen ist die wichtigste Werbebotschaft der Hersteller von Wasch- und Spülmaschinen sowie von Kühl- und Gefriergeräten: am besten drei davon hinter dem A für die Energieeffizienzklasse. Denn Geräte mit A+++ sind die Spar-Stars dieser IFA, die jetzt zum vierten Mal auch die Bühne für Hausgeräte ist. Mit dem neuen Energielabel, das Ende des Jahres Pflicht wird, hat man bessere Vergleichsmöglichkeiten. Es gilt vorerst für die genannten Gerätegruppen, weitere werden folgen.

          Die Abteilung Home Appliances auf der IFA war von Anfang an ein Erfolg, man sieht es an der von sechs auf mittlerweile elf Hallen gewachsenen Ausstellungsfläche, und es reicht noch immer nicht. Wer jetzt neu dazukommt, wie die französische SEB-Gruppe mit diversen Marken oder der Vollsortimenter Beko aus der Türkei, nach eigenen Angaben der fünftgrößte Hausgerätehersteller der Welt, der muss sich mit Nebenschauplätzen etwas abseits der gängigen Routen des Messegeländes begnügen.

          Wasser- und Energiesparen, Wellness, gesunde Ernährung, Lifestyle, Bedienkomfort, Anbindung ans Internet, Smart-Grid-Lösungen, alles in bestem Design: für all diese Themen finden sich neue Produkte, die beim Kunden Kauflust auslösen sollen. Sogar für Tätigkeiten, die nicht besonders beliebt sind, Bügeln, zum Beispiel. Miele offeriert zum ersten Mal eine Dampfbügelstation für den letzten Schritt der Wäsche auf dem Weg in den Schrank. Der Fashionmaster hat ein Gebläse, das Dampf absaugen und ein Luftkissen aufblasen kann - keine Chance, Falten in ein Hemd zu bügeln. Ähnliches können der Air Active L Express von Leifheit und die neue Bügelstation von Siemens. Einiges muss ja gar nicht mehr gebügelt werden, wenn es aus einem modernen Trockner kommt. Miele zeigt den schnellsten, auch LG aus Korea schafft es mit einem Hybridsystem, ein Kilo Wäsche in sechs Minuten zu trocknen. Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) garantiert bei seinen Modellen mit selbstreinigendem Kondensator, dass die guten Energieverbrauchswerte über das ganze Geräteleben erhalten bleiben. Denn wenn der Kondensator verschmutzt ist, wird die Maschine zum Stromfresser. Miele entwickelt zudem einen Solartrockner. Er wird die Heißluft aus heißem Wasser vom Dach beziehen, nicht über die Steckdose. Aber das dauert noch ein bis zwei Jahre.

          Bügelhilfe: Fashionmaster von Miele

          Man weiß, dass kein Mensch richtig dosieren kann

          Beim Waschen geht die Richtung hin zu immer größeren Maschinen mit bis zu zwölf Kilogramm Fassungsvermögen, nicht wegen der schieren Wäschemengen der vielen Single- und Kleinfamilienhaushalte, sondern weil man damit voluminöse Stücke waschen oder imprägnieren kann. Die elektronische Steuerung sorgt dafür, dass nur die wirklich nötige Menge an Wasser und Waschmittel zugegeben wird. Man weiß, dass kein Mensch richtig dosieren kann. Das übernimmt bei BSH das automatische Dosiersystem iDos. In Mieles Ecofeedback-Modellen kann eine einzige Dosiereinheit sowohl Pulver- wie Flüssigwaschmittel zuteilen. Dazu kommen weitere technische Details. Haier aus China, der größte Geräteproduzent der Welt, versieht seine Maschinen an Stellen, an denen sich Bakterien ansiedeln können, nämlich in der Waschmittelschublade und an der Türmanschette, mit einem Schutz, der bis zu 99,9 Prozent der potentiellen Quälgeister vernichtet - auf Dauer.

          Neu entwickelte Spülmaschinen in 45 Zentimeter Breite sind der Schwerpunkt bei BSH, sie kommen mit iDos und bieten Platz für bis zu zehn Gedecke, in der teuersten Ausführung haben sie eine Schublade als dritte Ebene. Bei LG übernimmt Dampf die Funktion des Vorspülens, das spart Wasser.

          Topmeldungen