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Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) über Betreuungsquoten, Familienbilder und einen Wunsch an Väter : "Aus Kinderwunsch muss Kinderwirklichkeit werden können"

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FRAGE: Unterstützen Sie die Bundesfamilienministerin in dem Ziel, die Zahl der Krippenplätze bis 2013 auf 750 000 zu verdreifachen?ANTWORT: Frau von der Leyen geht den richtigen Weg, und dabei hat sie meine Unterstützung.

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          FRAGE: Unterstützen Sie die Bundesfamilienministerin in dem Ziel, die Zahl der Krippenplätze bis 2013 auf 750 000 zu verdreifachen?

          ANTWORT: Frau von der Leyen geht den richtigen Weg, und dabei hat sie meine Unterstützung. In Hessen haben wir heute schon eine Betreuungsquote von 11,54 Prozent und liegen damit an der Spitze der westdeutschen Flächenländer. Bis 2010 werden wir eine Quote von 20 Prozent erreichen. Das ist unser Zwischenziel. Wir werden das Angebot aber auch danach weiterhin bedarfsgerecht ausbauen.

          FRAGE: Was heißt bedarfsgerecht?

          ANTWORT: Die Frage, ob Frauen arbeiten, ist doch längst entschieden. Die Frage ist, ob sie Kinder kriegen. Wir wollen, dass aus dem Kinderwunsch auch Kinderwirklichkeit werden kann. Dafür brauchen wir mehr Betreuungsangebote. Der Bedarf liegt bis 2015 sicher über 20 Prozent. In Städten wie Frankfurt liegt die Quote heute schon bei 18 Prozent. Häufig müssen dort auch beide Partner arbeiten, um den Lebensunterhalt zu sichern. In ländlichen Gegenden mag das etwas anders sein. Hier wohnen Familienangehörige noch näher zusammen und können die Betreuung anders regeln.

          FRAGE: Machen es "weiche" Faktoren wie ein Stadt-Land-Gefälle nicht schwer, den Bedarf zu erheben? Außerdem melden Eltern ihre Kinder oft in mehreren Krippen an, um überhaupt einen Platz zu bekommen. Gibt das nicht ein schiefes Bild?

          ANTWORT: Wir brauchen verlässliche Zahlen. Die Kommunen können den Bedarf schon recht genau erheben, indem sie Eltern nach ihren Vorstellungen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf befragen. Es ist wichtig, dass Eltern eine echte Wahlfreiheit haben. Dazu gehört auch die Vielfalt der Betreuung von Krippenplätzen über Tagesmütter bis zu Kindergärten, die auch Plätze für Kleinkinder vorhalten. Derzeit wird die Debatte mit viel Ideologie geführt, Familienbilder werden gegeneinander ausgespielt. Das halte ich für schlecht.

          FRAGE: Wie sollen die zusätzlichen Betreuungsplätze finanziert werden?

          ANTWORT: Über die künftige Finanzierung will ich gemeinsam mit meinen Länderkollegen und dem Bund in Ruhe sprechen. Wenn der Bund allerdings Quote und Zeitrahmen vorgibt, muss er auch etwas beisteuern. Hessen stellt 2007 über das "Bambini"-Programm 45 Millionen für unter Dreijährige zur Verfügung. Wir werden dies weiter ausbauen.

          FRAGE: CSU-Chef Stoiber hatte die Idee, der Bund solle dies über die Mehrwertsteuer finanzieren.

          ANTWORT: Die Mogelpackung der SPD, Eltern von Schulkindern gegen die Eltern von Kleinkindern auszuspielen, machen wir jedenfalls nicht mit. Eine finanzielle Umschichtung durch die Kürzung von Kindergeld kommt also nicht in Frage. In jedem Fall müssen die durch rückläufige Kinderzahlen freiwerdenden Mittel in die Betreuung der unter Dreijährigen investiert werden.

          FRAGE: Wenn über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geredet wird, stehen oft die Mütter im Mittelpunkt der Debatte. Was erwarten Sie von den Vätern?

          ANTWORT: Ich will Paaren nicht in ihre Lebensgestaltung hineinreden, aber klar ist: Wir müssen weg von der dauernden Debatte über die Mütter. Wenn mehr Männer die Vätermonate in Anspruch nehmen, um sich um ihre Kinder zu kümmern, ist das ein richtiger Schritt.

          Die Fragen stellte Stefan Toepfer.

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