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„Postdocs“ : Ihr müsst die Besten verführen

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Bild: dpa

Für Doktoranden in den Geistes- und Sozialwissenschaften wird viel Geld ausgegeben. Doch für die eigentlichen Träger der Forschung, die „Postdocs“, fehlen anregende Milieus.

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          Werfen Sie einen Blick in die Cafeteria und Sie werden verstehen, wie wir arbeiten", sagte mir Hans Weidenmüller bei einem Besuch im Max-Planck-Institut für theoretische Physik in Heidelberg. Dort fand ich junge Wissenschaftler aus aller Herren Länder, zwischen 25 und 35, zu dritt, zu viert, nicht nur mit ihren Laptops schweigend ins Gespräch vertieft, sondern auch vergnügt sich Geschichten erzählend. "Wir Direktoren sind zu alt, um noch wirklich Neues zu denken. Ohne die Postdocs können wir nicht wirklich produktiv sein. Wir Alten haben vielleicht den Vorteil des größeren Überblicks und des ausgewogenen Urteils aufgrund von Erfahrung, aber das Neue entsteht aus der Unbefangenheit der Jungen. Sie müssen auf Wanderschaft gehen, zwischen den Instituten rund um die Welt, die sich gegenseitig respektieren." Ein ähnlicher Eindruck entsteht aus Erzählungen von Postdocs über ihre Zeit am EMBL (European Molecular Biology Laboratory). Als Postdoc in den Naturwissenschaften gehört die Wanderschaft und die Gemeinschaft mit den anderen Postdocs zur selbstverständlichen Normalität, wenn man Wissenschaftler werden will.

          Deutsche Geistes-, und Sozialwissenschaftler, die eine Karriere als Wissenschaftler anstreben, befinden sich dagegen in einer ungewisseren Situation, und das für lange Zeit. Die Strukturen - Assistent, Habilitationsstipendium, Angestellter in einem Forschungsprojekt oder -verbund, Juniorprofessor, Nachwuchsgruppenleiter etc. - sind vielfältig. Geistes- und Sozialwissenschaftler sind in dieser Phase nicht systematisch mit internationalen Kontakten konfrontiert. Häufig sind sie auf sich selbst gestellt.

          Zudem ist nicht absehbar, wann er oder sie in eine dauerhafte und gesicherte Position in Forschung oder Lehre kommen könnte. Und überall begegnen ihnen die arrivierten Professoren, Seniores, die es besser wissen und die Regeln vorgeben. Manche ziehen eine zynische Schlussfolgerung: Wer sich unter diesen Bedingungen bewährt, ist besonders gut. Für viele Postdocs sind die Vereinigten Staaten attraktiver. Dort wird man erst einmal mit Begeisterung für die eigenen Ideen empfangen und kann nach drei, vier Jahren absehen, ob eine akademische Karriere aussichtsreich ist. Da es vielen Nicht-Amerikanern ebenso geht, findet man dort auch ein anregendes Milieu von Gleichgestellten aus aller Welt.

          Gemeinsamkeit und Freiheit

          Diese Situation ist wissenschaftspolitisch bedenklich. Die Attraktivität für Postdocs aus der ganzen Welt ist ein Lackmus-Test für die Qualität des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Auf der Ebene der Promotionsförderung ist viel getan worden. Aber was folgt danach? Die Habilitation hat, von Disziplin zu Disziplin unterschiedlich, an Bedeutung verloren. Assistentenstellen, häufig halbiert, sind rarer und unattraktiver geworden. Juniorprofessoren werden häufig so mit Verwaltung und Lehre eingedeckt, dass sie kaum zu einer weiterem großen Arbeit kommen.

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