https://www.faz.net/-1wc-14vqk

: Nur kurz eine große Familie

  • Aktualisiert am

In der freien Wirtschaft herrscht Wettbewerb, aber wenn sich die Unternehmer und Manager aus Frankfurt und dem Taunus beim Neujahrsempfang der IHK sehen, ist es auch ein wenig ein Familientreffen. Dann lachen Sparkassen-Chef Herbert ...

          In der freien Wirtschaft herrscht Wettbewerb, aber wenn sich die Unternehmer und Manager aus Frankfurt und dem Taunus beim Neujahrsempfang der IHK sehen, ist es auch ein wenig ein Familientreffen. Dann lachen Sparkassen-Chef Herbert Hans Grüntker und Volksbank-Chef Hans-Joachim Tonnellier zusammen, Wolfgang Kirsch (DZ Bank) trifft auf alte Fahrensmänner wie Rolf Breuer (Deutsche Bank) und Klaus-Peter Müller (Commerzbank). Und Kajo Neukirchen lässt sich auch wieder einmal blicken und ruft so in Erinnerung, dass er auch noch Teil dieser Art Frankfurter Familie ist. Eine etwas seltsame Familie ist die Frankfurter Wirtschaft trotzdem; Frauen haben hier noch immer nicht viel zu melden.

          Auch in der Politik ruht an einem Abend der Wettbewerb. SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel trifft auf Roland Koch (CDU), aber nur der darf ein Grußwort sprechen. Er nutzt das auch diesmal bestens, ruft die Banker zu Demut und Dankbarkeit auf, schließlich sei es der Staat gewesen, der sie gerettet habe, spricht Frankfurt Mut zu, denn eine Konzentration der Kräfte in der Krise bedeute auch eine Konzentration der Standorte, und davon werde die Mainmetropole profitieren, und lobt dann noch Hessen, das besser durch die Krise komme als andere.

          Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) fasst sich kurz. Frankfurt sei ein Machtzentrum sagt sie. Und: "Es muss uns allen gelingen, aus dieser Macht die Kraft zu entwickeln, die Region zu einer Führungsregion zu entwickeln." Die Zukunft des Ballungsraumes, das ist so ein wenig das Thema des Abends. Vorgelegt hat IHK-Präsident Mathias Müller, der in seiner Begrüßung auf sein Lieblingthema zu sprechen kommt. Er sieht beim Zusammenwachsen der Städte und Kreise, das er für nötig hält, schon Fortschritte. "Der Zug ist auf die Schienen gesetzt!", ruft er in den Saal und verweist auf die Idee eines Hauses der Region, das Frankfurts Kämmerer Uwe Becker (CDU) vorgeschlagen hat, der zu den vielen anwesenden Mitgliedern des Magistrats zählt.

          Streng fällt der Vortrag von Lorenzo Bini Smaghi aus, der als Mitglied des EZB-Direktoriums den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, vertritt. Er verkündet, die Welt werde nach der Krise nicht dieselbe sein wie zuvor, erläutert die Handikaps, die einem kräftigen Aufschwung einstweilen im Wege stehen, aber auch er kommt dann auf die Segnungen des Wettbewerbs zu sprechen, erläutert das am Beispiel des Neubaus der EZB, die nur durch die Aufteilung der Bauarbeiten in mehrere Lose die Zahl der interessierten Firmen steigern und damit die Kosten senken habe können. So einfach ist das, und die Unternehmer und Manager hören es gern.

          Topmeldungen