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: Madeleine I. ohne Konkurrenz

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obo. ELTVILLE. Rheingauer Weinköniginnen sehen etwas von der Welt, und wenn sie in Deutschland unterwegs sind, dann können sie auf einen schmucken Dienstwagen zurückgreifen. Sie sitzen bei Veranstaltungen mit Prominenten am Ehrentisch, werden gerne hofiert und häufig fotografiert.

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          obo. ELTVILLE. Rheingauer Weinköniginnen sehen etwas von der Welt, und wenn sie in Deutschland unterwegs sind, dann können sie auf einen schmucken Dienstwagen zurückgreifen. Sie sitzen bei Veranstaltungen mit Prominenten am Ehrentisch, werden gerne hofiert und häufig fotografiert.

          Der Griff nach der Krone scheint unter den jungen Frauen im Rheingau dennoch wenig verlockend, denn kaum anders ist es zu erklären, dass der Rheingauer Weinbauverband nach 2005 und 2008 nun zum dritten Mal binnen fünf Jahren auf eine fachliche Befragung und eine festliche Wahl auf Schloss Johannisberg verzichten muss. Es gibt wieder nur eine einzige Kandidatin, die gestern Abend ganz ohne Prüfung und ohne vorhergehenden Wettstreit proklamiert worden ist. Dabei hat der Verband den Zugang zur Würde einer Rheingauer Weinmajestät längst für alle jungen Frauen geöffnet. Eine Weinkönigin muss also keine Winzertocher mehr sein. Das trifft auch auf Madeleine Rossel zu.

          Die 23 Jahre alte Studentin aus Eltville ist gestern bei einem Empfang im Hattenheimer "Kronenschlösschen" in ihr neues Amt eingeführt worden. Einschlägige Erfahrungen bringt die junge Frau genügend mit, denn seit dem Jahr 2006 amtierte sie schon als Eltviller Weinprinzessin und seit 2008 als Eltviller Weinkönigin. Sie weiß also, was an Verpflichtungen und Terminen auf sie zukommt und dass bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin im Oktober nächsten Jahres die Hoffnungen der ganzen Weinregion auf ihr ruhen.

          Um ihr Fachwissen muss sich der Weinbauverband jedenfalls keine Sorgen machen, denn neben ihren Hobbys Reiten, Kochen und Reisen absolvierte sie nach der Schule zunächst eine Winzerlehre. Seit Herbst 2008 studiert sie zudem Weinbau an der Hochschule Rhein-Main in Geisenheim. Im nächsten Jahr wird sie ihren akademischen Abschluss als Önologin erreichen.

          Die Moderation von Weinproben und die Weinberatung übt sie schon seit Jahren als Mitarbeiterin der Eltviller Vinothek. Auf ihr Amt ist sie daher auch nach Ansicht des Weinbauverbandes bestens vorbereitet. Gut möglich, dass sie gerade deshalb keine Konkurrentin hatte.

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