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Löwen-Glosse : Die Mieter sind das höchste Gut

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Ein Makler berichtet, dass Projektentwickler, potentielle Mieter und Investoren derzeit "auf leisen Sohlen" unterwegs seien. Die Beobachtung trifft das Marktgeschehen ziemlich genau. Denn auf dem Frankfurter Markt für Gewerbeimmobilien war schon einmal deutlich mehr Bewegung.

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          Ein Makler berichtet, dass Projektentwickler, potentielle Mieter und Investoren derzeit "auf leisen Sohlen" unterwegs seien. Die Beobachtung trifft das Marktgeschehen ziemlich genau. Denn auf dem Frankfurter Markt für Gewerbeimmobilien war schon einmal deutlich mehr Bewegung. Der Stapel mit Einladungen zum "ersten Spatenstich" ist auf ein winziges Maß gesunken. Und Pressemitteilungen über neue Vermietungen sind eine vom Aussterben bedrohte Papierform. Die neue Zurückhaltung hat einen einfachen Grund. "Auch wir sind jetzt mitten in der Krise", sagt der Makler.

          Die Symptome sind eindeutig, dass sich mit der für die Immobilien- und Baubranche üblichen Verzögerung nun auch der Immobilienmarkt auf Talfahrt befindet. Zwar ist das Geschäft nicht völlig zum Erliegen gekommen. Noch immer wechseln Büroflächen den Mieter oder den Eigentümer. Noch immer sind Finanzdienstleister und Wirtschaftsprüfer die größte Mietergruppe, neben dem Bankenviertel sind auch Niederrad und der Flughafen begehrte Lagen. Doch große Mietabschlüsse halten sich in Grenzen. Und die Büromieten sinken.

          Es ist auf den ersten Blick kurios, dass der Leerstand im ersten Quartal abgenommen hat. Doch dies wird voraussichtlich nur von kurzer Dauer sein, denn es wurden kaum neue Büroflächen fertiggestellt. Die Bahn AG hat mit der Anmietung des Silberturms, angeblich der größte Abschluss in Frankfurt seit 20 Jahren, eine enorme Bestandsfläche vom Markt genommen. Die Bahn hat sich damit vorerst gegen den Bau des "Bahnturms" am Hauptbahnhof entschieden. Dies ist zwar schade für das Stadtbild. Doch neue architektonische Wahrzeichen, die leerstehen und veröden, braucht niemand. Da bis zum Jahresende große Projekte wie das Airrail Center auf den Markt kommen, wird der Leerstand wieder zunehmen.

          Die Vermieter haben in der Krise erkannt, dass die Mieter ihr wichtigstes Gut sind. Sie sollten sich um sie kümmern und die Gebäude pflegen. Einige Bestandsgebäude werden bereits saniert. Dies sollte Schule machen. Denn Unternehmen, die sich in ihren Bürogebäuden wohl fühlen, streben nicht nach Veränderung. Sie werden der Stadt auch nicht so schnell den Rücken kehren.

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