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: Gymnasiale Oberstufe fürs Gallus

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Im schulischen Angebot spiegelt sich die soziale Struktur der Stadt: Im Nordend, Westend oder in Sachsenhausen können Schüler zwischen drei bis vier Gymnasien wählen. Im Gallus, in Nied und Griesheim hingegen gibt es keine einzige Möglichkeit, das Abitur im Stadtteil zu machen.

          Im schulischen Angebot spiegelt sich die soziale Struktur der Stadt: Im Nordend, Westend oder in Sachsenhausen können Schüler zwischen drei bis vier Gymnasien wählen. Im Gallus, in Nied und Griesheim hingegen gibt es keine einzige Möglichkeit, das Abitur im Stadtteil zu machen. Das soll sich nach den Plänen der Paul-Hindemith-Schule ändern. Die Integrierte Gesamtschule im Gallus greift einen Vorschlag des Ortsbeirats auf und will sich um eine gymnasiale Oberstufe erweitern. Die Schüler, die bisher von der fünften bis zur zehnten Klasse unterrichtet werden, könnten dann in insgesamt neun Jahren zum Abitur geführt werden.

          Heute wünschten sich die meisten Eltern für ihr Kind den höchsten Schulabschluss, sagt Christoph Baumann, Stufenleiter der Klassen 9 und 10. An der Paul-Hindemith-Schule erhielten jedes Jahr zwischen 15 und 25 Abgänger die Empfehlung zum Übergang in die Oberstufe. Die meisten von ihnen wechselten auf die in Niederursel gelegene Ernst-Reuter-Schule. Allerdings gebe es auch jedes Jahr mehrere Zehntklässler, die keinen Platz in der gewünschten Oberstufe fänden, weil dort nicht genügend Platz sei.

          Wie Schulleiter Hans-Peter Müller und seine Stellvertreterin Cornelia Renner einräumen, reichten 25 Schüler nicht aus, um ein sinnvolles Kursangebot in der Oberstufe zu gewährleisten. Allerdings nehmen sie an, dass die Schülerzahl der Paul-Hindemith-Schule durch die Entwicklung des benachbarten Europaviertels und die dort geplanten Wohnungen deutlich wachsen werde. Außerdem könnten Absolventen der Georg-August-Zinn-Schule in Griesheim und der beiden neuen Integrierten Gesamtschulen in den westlichen Stadtteilen - der IGS West in Höchst und der Eduard-Spranger-Schule in Sossenheim - ins Gallus wechseln. So könnten mindestens 60 bis 80 Schüler zusammenkommen, die an der Paul-Hindemith-Schule Abitur machen wollen.

          Von der Stadt verlangt die Schulleitung, die Einrichtung der Oberstufe mit einer Planungsgruppe vorzubereiten. Diese solle unter anderem erörtern, wie viele parallele Klassen es geben sollte und welche baulichen Veränderungen nötig wären. Schulleiter Müller regt an, auch über eine Erweiterung ins Europaviertel nachzudenken.

          Ein Angebot von der fünften bis zur dreizehnten Klasse hätte auch pädagogische Vorteile, sagt Stufenleiter Baumann. Vielen Schülern der Paul-Hindemith-Schule falle der Wechsel auf ein Gymnasium mit einer für sie fremden Schulkultur und Schülerschaft schwer. Eine Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule würde es ihnen erlauben, in einem kontinuierlichen Umfeld bis zum Abitur zu lernen. Sie könnten Sozialkontakte halten und mit den vertrauten Lehrern weiterarbeiten. Zudem könne die IGS ein gymnasiales Angebot machen, das auf die Bedürfnisse eines Stadtteils mit einem Migranten-Anteil von 80 Prozent eingehe.

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