https://www.faz.net/-1v1-6lh9f

: Tote bei Schießereien in der Elfenbeinküste

  • Aktualisiert am

F.A.Z. FRANKFURT, 16. Dezember. In der Elfenbeinküste eskaliert der Machtkampf zwischen dem amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo und seinem Konkurrenten Alassane Ouattara, dem die Nationale Wahlkommission den Sieg in der Präsidentenwahl vom 28.

          1 Min.

          F.A.Z. FRANKFURT, 16. Dezember. In der Elfenbeinküste eskaliert der Machtkampf zwischen dem amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo und seinem Konkurrenten Alassane Ouattara, dem die Nationale Wahlkommission den Sieg in der Präsidentenwahl vom 28. November zugesprochen hat. Gbagbo weigert sich, die Macht abzugeben. Er ließ am Donnerstagabend mitteilen, im Laufe des Tages seien zehn Demonstranten (aus dem Lager Ouattaras) und zehn Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Abidjan ums Leben gekommen.

          Zur ersten großen Schießerei war es gekommen, als Ouattara-Anhänger zur Zentrale des Staatsfernsehens marschierten. Die Gbagbo ergebenen staatlichen Sicherheitskräfte stießen dabei auf die Gegenwehr ehemaliger Rebellen der "Forces nouvelles", aus denen Ouattaras Partei hervorgegangen ist. Ouattara hatte zu dem Marsch aufgerufen, um Straßenblockaden zu durchbrechen. Das sollte es "seinem" Ministerpräsidenten, dem einstigen Rebellenführer Guillaume Soro, ermöglichen, mitsamt seinen Ministern im Rundfunkgebäude aufzutreten und öffentlich einen neuen Generaldirektor für den Staatssender zu ernennen. Später stand das Hotel, das Ouattara als Hauptquartier dient, nach Angaben von dessen Sprecher ebenfalls unter Beschuss. Die Vereinten Nationen teilten am Nachmittag in New York mit, 800 in der Elfenbeinküste stationierte UN-Soldaten seien abkommandiert worden, um das Hotel zu sichern. Die amerikanische Regierung teilte mit, ihre Botschaft in Abidjan sei "versehentlich" von einer Granate getroffen worden. Niemand sei dabei verletzt worden.

          UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte am Mittwoch seine Sorge geäußert, dass das Land in den Bürgerkrieg zurückfalle. Wie fast die gesamte Staatengemeinschaft hat auch die EU Gbagbo aufgefordert, Ouattaras Wahlsieg zu akzeptieren. In Abidjan wurde erwartet, dass der Präsident der Kommission der Afrikanischen Union, Jean Ping, an diesem Freitag einen neuen Versuch unternimmt, zwischen den beiden Lagern zu vermitteln. Eine Mission des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki war gescheitert. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, sagte dem französischen Sender France 24, jeder, der nun Gewalt ausübe, habe mit Strafverfolgung zu rechnen.

          Topmeldungen

          Buttigieg in Iowa vorn : Suche nach der Mitte

          Pete Buttigieg liegt in den Umfragen zur demokratischen Vorwahl in Iowa erstmals vorn. Ist er der Hoffnungsträger für die Zentristen oder nur der Aufreger des Monats? In jedem Fall verfügt er über ein gut gefülltes Konto.

          Lacht doch mal! : Warum jammern die Deutschen so viel?

          Ob Kriminalität, Flüchtlinge oder Wohlstand: Die Lage entwickelt sich besser, als es in der Debatte den Eindruck macht. Mit der eigenen Situation zufrieden, aber in Sorge um das Land – wie passt das zusammen?
          Logik ist sein zweiter Vorname: Youtuber Rezo

          Journalismus im Wandel : Die Logik, das bin ich

          Das Deutschlandradio fragt auf einer Tagung, ob Journalisten aus der Öffentlichkeit verdrängt werden. Wie das geschieht, zeigt der Auftritt eines präpotenten Influencers.
          Einst war beim Arbeits- und Gesundheitschutz das technisch Machbare die Richtschnur. Nun definiert das arbeitsmedizinisch Unbedenkliche den Maßstab – notfalls auch um den Preis, dass manche Arbeiten unterbleiben müssen.

          F.A.Z. exklusiv : Der Straßenbau droht gestoppt zu werden

          Ein Grenzwert soll in Zukunft verhindern, dass Arbeiter zu viele Asphaltdämpfe einatmen. Nun fürchtet die Branche, komplett lahmgelegt zu werden. In einem Brandbrief bittet man um eine Übergangszeit.