https://www.faz.net/-1v1-6jzly

: Taliban-Angriffe in Nordafghanistan

  • Aktualisiert am

cheh. FRANKFURT, 11. Juli. Im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden Afghanistans haben die Taliban mehrere Anschläge auf afghanische Kräfte und auf deutsche Soldaten verübt. In der Provinz Kundus wurde nach offiziellen Angaben vom ...

          cheh. FRANKFURT, 11. Juli. Im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden Afghanistans haben die Taliban mehrere Anschläge auf afghanische Kräfte und auf deutsche Soldaten verübt. In der Provinz Kundus wurde nach offiziellen Angaben vom Sonntag neun Grenzpolizisten getötet, als Extremisten am Samstag ihren Stützpunkt angriffen. Am Samstag wurden im Distrikt Chardarah Bundeswehrpatrouillen mit zwei Sprengfallen angegriffen, zwei deutsche Soldaten wurden dabei leicht verletzt. Die Bundeswehr setzte erstmals die neue Panzerhaubitze in einem Gefecht mit Aufständischen ein. Das Geschütz feuerte nach Bundeswehrangaben fünf Schüsse ab, um die Bergung eines beschädigten Fahrzeugs zu ermöglichen. Ebenfalls am Samstag wurde ein Distriktchef der Provinz getötet, als sein Fahrzeug von einem am Straßenrand versteckten Sprengsatz getroffen wurde. In der Provinz Badakhshan wurden bei einem ähnlichen Angriff fünf Polizisten getötet.

          Bei Taliban-Angriffen im Süden und Osten wurden nach Angaben der Nato-geführten Schutztruppe Isaf am Samstag sechs Soldaten getötet. Zudem fielen mehr als ein Dutzend Zivilisten Anschlägen zum Opfer.

          In Mazar-i-Sharif protestierten am Samstag Hunderte gegen die Nato-Truppen. Die Demonstranten waren aufgebracht über einen Vorfall vom 6. Juli, bei dem nach afghanischen Angaben während einer nicht mit örtlichen Kräften koordinierten Militäroperation zwei Zivilisten getötet wurden. Nach Nato-Angaben wurden bei der Operation gegen das extremistische Haqqani-Netzwerk zwei Bewaffnete getötet. Unter den Demonstranten, die "Tod Obama, Tod den ausländischen Truppen" skandierten, waren auch Stammesälteste und Mitglieder des Provinzrates. Die Kriegsmüdigkeit der afghanischen Bevölkerung schlägt immer öfter in Ablehnung gegen die westlichen Truppen um. (Siehe Kommentar, Seite 10.)

          Mehr als 100 Tote in Pakistan

          ISLAMABAD, 11. Juli (dpa). Nach dem verheerenden Anschlag auf ein Regierungsgebäude im Stammesgebiet Mohmand ist die Zahl der Toten auf mindestens 107 gestiegen. Wenige Stunden nach dem Anschlag am Freitag hatten die Behörden die Opferzahl noch mit 65 angegeben. Der Anschlag galt einem Treffen von Verwaltungsbeamten und Kämpfern einer regierungstreuen Stammesmiliz, die in der Grenzregion zu Afghanistan gegen die Taliban vorgeht.

          Topmeldungen

          Die aufgewendete Energie ist enorm, der Ertrag mager: Geförderte Humboldt-Universität in Berlin.

          Exzellenz-Förderung : Noch so ein Sieg

          Ein Wettbewerb, in dem es nur Sieger gibt, ist eigentlich keiner: Welche Universitäten über die Exzellenzinitiative gefördert werden und welche nicht, sagt so gut wie nichts aus.
          Ein Junge schwimmt während der Regenzeit im Fluss Mekong in der Stadt Phnom Penh (Kambodscha) neben Müll.

          Plastik : Illegale Müllexporte auch aus Deutschland?

          Immer mehr Länder in Südostasien wehren sich dagegen, die Müllhalde der westlichen Welt zu sein. Dabei geht es vor allem um verbotene Exporte. Auch Deutschland steht unter Verdacht.