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: Stimmen der Anderen

  • Aktualisiert am
          3 Min.

          Zeichen des Wahnsinns

          Nach dem Aufschub der Koran-Verbrennung in Florida schreibt die ungarische Tageszeitung "Népszabadság":

          "Jede Art der Bücherverbrennung kann sehr schnell zur Menschenverbrennung führen. Die Geschichte der Menschheit kennt dafür viele Beweise. Vor allem die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Bücherverbrennung und Faschismus sind ein Paar. Der Prediger, der mit faschistischen Methoden gegen den Wildwuchs des islamischen Glaubensfanatismus vorgeht, steht jenen sehr nahe, die er verallgemeinernd als Terroristen bezeichnet... Der Bücher-Scheiterhaufen des Terry Jones in Florida ist das Zeichen des Wahnsinns. Nun sagt er, dass er das Ereignis nur verschoben hat. Dabei hält er das Streichholz in der Hand."

          Neun Jahre Inkubationszeit

          Die britische Zeitung "The Guardian" stellt eine wachsende Feindlichkeit gegenüber Muslimen in den Vereinigten Staaten fest:

          "Der Pastor mag zwar das bislang extremste Beispiel sein, aber er weist auf eine tieferliegende Entwicklung hin, vor allem in Florida... Eine wachsende Zahl von Muslimen, die fast ihr ganzes Erwachsenenleben in Amerika verbracht haben, deren Kinder all das machen, was auch amerikanische Kinder tun, müssen zum neunten Jahrestag von Al Qaidas Anschlägen auf New York und das Pentagon neue Feindlichkeiten und Verdächtigungen ertragen. Der Islam wird in dieser Denkweise nicht als Religion gesehen, sondern als Regierungs- und Rechtssystem ... Nach neun Jahren Inkubationszeit ist die antimuslimische Stimmung jetzt ausgebrochen."

          Mehrheitlich friedlich

          Für die "Neue Osnabrücker Zeitung" ist das weltweite Miteinander der Religionen nachhaltig gestört:

          "Der hitzige Integrationsstreit in Deutschland, Zulauf für Anti-Islam-Bewegungen in vielen Ländern Europas, Burka- und Minarettverbote in Frankreich und der Schweiz, geplante Koranverbrennung in den USA: all das zeigt, wie tief die Ängste vor dem Islam immer noch sitzen, die der Schock von New York ausgelöst hat. Die grausamen Anschläge auf die Zwillingstürme von Manhattan entfalten auch fast ein Jahrzehnt später noch eine zerstörerische Wucht. Das Miteinander der Religionen ist nachhaltig gestört. Dabei tut die antiislamische Stimmung Millionen Muslimen in aller Welt bitter Unrecht. Denn in den USA und anderswo sind die Muslime in ihrer großen Mehrheit friedlich und erfolgreich integriert. Sie haben mit den Terroristen des 11. September 2001 nichts gemein."

          Obamas Opportunismus

          Zur Lage der Konjunktur in den Vereinigten Staaten schreibt der Zürcher "Tages-Anzeiger":

          "Das zweite Ankurbelungspaket von dieser Woche leidet an den gleichen Schwächen wie das erste. Es ist so klein, dass es keine wesentliche Wirkung entfalten wird... Obama hat die Krise nicht verursacht, sondern große Teile der Misere vom Vorgänger geerbt. Doch heute trägt er die Verantwortung für die Wirtschaftspolitik. Er hatte die Chance, die Probleme in den Griff zu bekommen, statt selber Teil der Probleme zu werden... In der Krise ist der Opportunismus des Präsidenten nicht nur ein Fehler, sondern eine fundamentale Schwäche."

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