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: Stimmen der Anderen

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In erster Linie vor Ort

Die französische Tageszeitung "Le Monde" schreibt über das Roma-Problem:

"Mit der Aufnahme von Rumänien und Bulgarien 2007 hat die EU die Umstände geerbt, unter denen die mehrere Millionen Roma in diesen Ländern leben: Sie werden als Parias behandelt, Bürger zweiter Klasse, sind Opfer von Rassismus und Gewalt. Da sie heute EU-Bürger sind, suchen sie ein besseres Leben in reicheren EU-Ländern... Die Weigerung, dies zu sehen, zeugt von Oberflächlichkeit und bessert das Schicksal der Roma nicht. Die EU muss einen Notfallplan haben und ihnen in erster Linie vor Ort helfen. Und Bukarest und Sofia müssen ihre Verantwortung wahrnehmen."

Geist von Glaube und Aufopferung

Über den am Donnerstag beginnenden Besuch von Papst Benedikt XVI. in Großbritannien schreibt die britische Zeitung "The Sunday Telegraph":

"In Großbritannien gibt es einen Trend zu wachsender - und immer häufiger militanten - Säkularisierung, der religiöse Werte und Institutionen bedroht... Deshalb lehnen viele den Besuch des Papstes... ab. Das allerdings ist geradezu aberwitzig. Dass die Führer der Church of England diesen Besuch begrüßen und darin eingebunden sind, zeigt, dass er das Potential hat, ein Vorzeigeprojekt des Besten am christlichen Leben zu werden. Für Tausende Christen wird dieser Besuch eine der größten Erfahrungen ihres Lebens werden - aber er sollte auch für andere eine Inspiration sein, ein Beispiel für die Hingabe, die den Geist von Glaube und Aufopferung in diesem Land wiederaufleben lassen kann."

Verkaufte Republik

Die "Mittelbayerische Zeitung" (Regensburg) geht mit der Bundesregierung hart ins Gericht:

"Schlimmer geht's nimmer: Der amtierenden Bundesregierung gelingt es, jedes ihrer großen politischen Projekte gründlich gegen die Wand zu fahren. Zuerst der schwarz-gelbe Start mit der Steuer-Lüge, dann das sogenannte Sparpaket, das von den Armen nimmt, dafür aber die Hoteliers beschenkt, und jetzt der gründlich vermasselte Ausstieg vom Atom-Ausstieg... Im FDP-beherrschten Bundesgesundheitsministerium bemüht man sich erst gar nicht, den Eindruck einer schamlosen Klientelpolitik zu vermeiden... Wir werden inzwischen von Medizin- und Atombossen regiert. Es hat nicht einmal ein Jahr gedauert, und Schwarz-Gelb hat die Republik verkauft."

Die wahre Herausforderung

Zur Debatte über die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Steinbach, und den SPD-Politiker Sarrazin lesen wir in der Wiener Zeitung "Der Standard":

"Beide, Sarrazin und Steinbach, stellen ihre Parteien vor ein Dilemma: Unter dem Motto ,Man wird ja noch mal seine Meinung äußern dürfen' sagen sie Dinge, die der Parteispitze vor Entsetzen die Haare zu Berge stehen lassen und denen vehement entgegengetreten werden muss. Doch sowohl in der SPD als auch in der CDU gibt es Nährboden für Sarrazins und Steinbachs Thesen. Ihnen zu widersprechen, aufzuklären, einzuordnen, die unangenehmen Debatten zu führen - das ist sowohl für Merkel als auch für Gabriel die wahre Herausforderung, nicht ein Parteiausschluss von Sarrazin und Steinbach."

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