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: Ouattara sucht militärische Entscheidung in der Elfenbeinküste

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tos. LAGOS, 30. März. Der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, scheint die politische Pattsituation in seinem Land mit einer Militäroffensive beenden zu wollen. Seit Montag sind die ehemaligen ...

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          tos. LAGOS, 30. März. Der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, scheint die politische Pattsituation in seinem Land mit einer Militäroffensive beenden zu wollen. Seit Montag sind die ehemaligen Rebellen, die für Ouattara kämpfen und bislang den Norden des Landes kontrollierten, auf dem Vormarsch. Am Mittwoch drangen Anhänger Ouattaras nach mehrstündigen Gefechten offenbar in die Hauptstadt Yamoussoukro ein. Das sagten Einwohner der Nachrichtenagentur AFP. Ein Anhänger Ouattaras sagte der Nachrichtenagentur AP, man habe Yamoussoukro eingenommen. Der UN-Sicherheitsrat berief noch für Mittwochnachmittag (Ortszeit) eine Dringlichkeitssitzung in New York ein.

          Die Einheiten Ouattaras sollen auch die zentralivorische Stadt Daloa kontrollieren, die bislang von der Ethnie des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo, den Bété, kontrolliert wurde. Daloa ist einer der wichtigsten Umschlagplätze für Kakao, dessen größter Produzent die Elfenbeinküste ist. Entlang der Grenze zu Ghana wurden ebenfalls Kämpfe gemeldet, wobei die "Forces républicaines", wie sich die Rebellen nunmehr nennen, offenbar die Stadt Abengourou eingenommen haben.

          In einer am Dienstagabend in Abidjan veröffentlichten Erklärung ließ der in einem Hotel verschanzt lebende Ouattara mitteilen, dass alle "friedlichen Mittel, Gbagbo zu einem Rücktritt zu bewegen, erschöpft sind", was in Abidjan als offene Kriegserklärung verstanden wurde. Zuvor hatte Ouattara der UN-Mission in der Elfenbeinküste, Onuci, Untätigkeit angesichts der eskalierenden Gewalt insbesondere in Abidjan vorgeworfen, wo Gbagbo-Truppen in den vergangenen Wochen teilweise mit schweren Waffen Wohnviertel beschossen hatten, in denen sie Einheiten der Rebellen vermuteten.

          Ein Sprecher der Gbagbo-Regierung hatte am Dienstag einen sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen gefordert, was vom Ouattara-Lager aber umgehend abgelehnt wurde. Als Reaktion auf die eskalierende Situation kündigte der Chef der Gbagbo-treuen Armee, General Philippe Mangou, für Mittwoch die Rekrutierung von mehreren tausend Freiwilligen an. Vor zehn Tagen hatten sich einige tausend junge Männer nach einem Aufruf von Charles Blé Goudé, dem Führer der Miliz der

          "Jeunes Patriotes", freiwillig zur Armee gemeldet, waren aber zunächst abgewiesen worden.

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