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: Obama bereitet Netanjahu einen kühlen Empfang

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rüb. WASHINGTON, 24. März. Der Streit über den Bau neuer Wohnungen in jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten und in Ost-Jerusalem hat das Treffen von Präsident Barack Obama und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus überschattet.

          rüb. WASHINGTON, 24. März. Der Streit über den Bau neuer Wohnungen in jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten und in Ost-Jerusalem hat das Treffen von Präsident Barack Obama und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus überschattet. Das Gespräch vom späten Dienstagabend fand ohne den üblichen Presse- und Fototermin statt. Über Verlauf und Inhalt des Gesprächs wurde offiziell zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher Netanjahus sagte lediglich, die Atmosphäre des Treffens mit Obama sei gut gewesen. Der israelische Rundfunk meldete, nach 90 Minuten habe sich Netanjahu mit seinen Beratern zurückgezogen, bevor er abermals kurz mit Obama gesprochen habe. Die Berater Obamas und Netanjahus setzten ihre Gespräche am Mittwoch fort.

          Am Dienstag hatte Netanjahu den Ort für ein Treffen mit der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton kurzfristig verlegt: Statt wie geplant bei ihr im Ministerium zu erscheinen, bat er Frau Clinton in sein Hotel. Außenamtssprecher Philip Crowley sagte, man solle in diesen Umstand aber "nichts hineindeuten". Frau Clinton hatte Netanjahu in einer Rede vor der einflussreichen jüdischen Lobbyorganisation Aipac wegen der israelischen Siedlungspolitik scharf kritisiert, den jüdischen Staat aber zugleich der "felsenfesten Verbundenheit" Amerikas versichert.

          Es schien, als sei für Netanjahu während seines Besuchs in Washington sein Besuch im Kongress wichtiger als seine Gespräche mit den Führern der amerikanischen Regierung. Sowohl die demokratische "Sprecherin" des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi wie auch der republikanische Minderheitsführer John Boehner hoben die unverbrüchliche Freundschaft zwischen Israel und den Vereinigten Staaten hervor und erinnerten an die vom iranischen Atomprogramm ausgehende Gefahr für den Verbündeten und die gesamte Region. Bei allen öffentlichen Auftritten machte Netanjahu deutlich, dass der Bau weiterer Wohnungen in jüdischen Siedlungen und zumal in Ost-Jerusalem fortgesetzt werde und dass Jerusalem "die ungeteilte Hauptstadt Israels" sei. Beharre der Westen auf einem Baustopp, würden sich Friedensgespräche erheblich verzögern, drohte Netanjahu. (Siehe Seite 2.)

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