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: Neues Abtreibungsrecht in Spanien

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wie. MADRID, 27. September. Die spanische Regierung unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero von der Sozialistischen Partei hat eine Gesetzesvorlage zur Reform der Abtreibung gebilligt, welche eine Schwangerschaftsunterbrechung als neues "Recht der Frauen" definiert.

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          wie. MADRID, 27. September. Die spanische Regierung unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero von der Sozialistischen Partei hat eine Gesetzesvorlage zur Reform der Abtreibung gebilligt, welche eine Schwangerschaftsunterbrechung als neues "Recht der Frauen" definiert. Der umstrittenste Punkt des Reformprogramms sieht vor, dass auch Minderjährige im Alter von 16 Jahren künftig ohne Zustimmung ihrer Eltern abtreiben können. Die Vorlage, die nun dem Parlament zugeleitet wird, könnte dort noch etwas abgeschwächt werden, indem den Eltern zumindest das Recht zugestanden wird, über einen solchen Schritt ihrer Kinder informiert zu werden.

          Die Reform des geltenden Gesetzes aus dem Jahr 1985 - es kategorisiert eine Abtreibung noch als "Delikt", bestraft es aber nicht mehr - sieht vor, dass während der ersten 14 Schwangerschaftswochen ohne Begründung eine Abtreibung vorgenommen werden darf. Für Abtreibungen bis zur 22. Woche sollen zwei ärztliche Atteste erforderlich werden, die entweder die Gesundheit der Mutter oder Missbildungen des Fötus zum Gegenstand haben. Noch spätere Abtreibungen sollen dann nur von einem "Klinikausschuss" genehmigt werden können.

          In Spanien hat sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche während der vergangenen zehn Jahre auf nunmehr deutlich über 100 000 im Jahr verdoppelt. 97 Prozent aller Abtreibungen wurden bisher in privaten Krankenhäusern und nur drei Prozent in staatlichen Krankenhäusern vorgenommen. Ursache dafür sind vor allem Weigerungen von Ärzten und Krankenschwestern aus Gewissensgründen. Auch das soll sich nach Aussage der für die Reform zuständigen Gleichheitsministerin Bibiana Aído bald ändern, wenn das neue "Recht" mit einer nun vom Gesetz vorgesehenen "kostenlosen Behandlung" im nationalen Gesundheitswesen verbunden wird. Die Abtreibungsgegner planen für den 17. Oktober in Madrid eine Protestkundgebung.

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