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: Kuba verschärft Repression

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rüb. WASHINGTON, 18. September. Das kommunistische Regime in Kuba versucht mit neuen Massenverhaftungen und Schikanen jede Form des öffentlichen Bürgerprotests zu ersticken. Ziel der Repressalien sind vor allem die Menschenrechtsgruppe ...

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          rüb. WASHINGTON, 18. September. Das kommunistische Regime in Kuba versucht mit neuen Massenverhaftungen und Schikanen jede Form des öffentlichen Bürgerprotests zu ersticken. Ziel der Repressalien sind vor allem die Menschenrechtsgruppe "Damas de Blanco" (Damen in Weiß) in Havanna sowie Bürgerrechtsaktivisten in der Mitte und im Osten des Landes. Am Donnerstag wurden nach Angaben von Aktivisten allein in der zentralkubanischen Stadt Santa Clara etwa 30 Demonstranten festgenommen, unter ihnen der prominente Dissident Guillermo Fariñas, der 2010 für seine Verdienste im Kampf für die Meinungsfreiheit mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet worden war. Fariñas wurde am Freitagabend nach gut einem Tag Haft wieder aus dem Gefängnis entlassen. Die Polizei habe ihm versichert, dass auch die anderen etwa 30 Gefangenen bald freigelassen würden, sagte Fariñas. Der Bürgerrechtler hatte mit mehreren Hungerstreiks die Freilassung zahlreicher politischer Gefangener erreicht, die während des "Schwarzen Frühlings" von 2003 verhaftet und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren.

          Für die Freilassung der insgesamt 75 Gefangenen des "Schwarzen Frühlings" hatten sich auch die "Damen in Weiß" mit ihren regelmäßigen Demonstrationen in Havanna eingesetzt. Im vorigen Jahr wurden die letzten 52 politischen Gefangenen freigelassen, nachdem das Regime unter Raúl Castro die Vermittlung der katholischen Kirche akzeptiert hatte. Alle außer zwölf der Gefangenen verließen gingen unmittelbar nach ihrer Freilassung ins Exil nach Spanien.

          Wie die offiziell verbotene, vom kommunistischen Regime aber meist nicht behelligte Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung (CCDHRN) in Havanna mitteilte, sahen sich die "Damen in Weiß" in den vergangenen Wochen immer wieder Übergriffen von regimetreuen Schlägern ausgesetzt, weil sie auch nach der Freilassung der 75 Häftlinge ihre Proteste jeden Sonntagvormittag nach dem Besuch der katholischen Messe fortsetzen. Die CCDHRN sprach von mehr als 200 Festnahmen allein im September.

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