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: Keine Einigkeit über Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea

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TOKIO, 10. November. War der Zusammenstoß an der Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea eine gezielte Provokation des kommunistischen Nordens oder doch nur ein Zwischenfall, der ungeplant eskalierte? Die nördliche Grenzlinie oder ...

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          TOKIO, 10. November. War der Zusammenstoß an der Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea eine gezielte Provokation des kommunistischen Nordens oder doch nur ein Zwischenfall, der ungeplant eskalierte? Die nördliche Grenzlinie oder "Northern Limit Line" ist eine Demarkationslinie im Gelben Meer vor der Westküste Koreas. Sie wurde im August 1953 von dem Kommandanten der UN-Truppen in Nordkorea festgelegt, nachdem Nordkorea sich einer Einigung über den Verlauf der Seegrenze verweigert hatte. Seit dem Ende der Kämpfe im Korea-Krieg befinden sich Nord- und Südkorea offiziell noch im Kriegszustand, da nie ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde.

          Nordkorea kritisiert vor allem, dass durch die Grenzziehung einige vor der Küste gelegene Inseln auf das Gebiet von Südkorea fallen. Nordkorea hat 1999 eine weiter südlich verlaufende "Seedemarkationslinie" festgelegt, nach der die Inseln zu Nordkorea gehören würden. Nordkorea hat die "Northern Limit Line" bis heute nicht anerkannt, respektiert sie aber de facto, zumindest dann, wenn es kein Interesse hat, Spannungen im Verhältnis zu Südkorea entstehen zu lassen.

          An der Grenzlinie ist es in der Vergangenheit schon mehrfach zu Scharmützeln gekommen. Die bislang letzten Zwischenfälle hatte es in den Jahren 1999 und 2002 gegeben. Bei dem Feuergefecht 1999 wurden wahrscheinlich 17 nordkoreanische Matrosen getötet. Bei dem Zwischenfall im Jahr 2002 wurden sechs südkoreanische und wahrscheinlich 30 nordkoreanische Matrosen getötet.

          Nach seinem Atomtest in Mai dieses Jahres hatte Nordkorea damit gedroht, dass alle Versuche, die "Northern Limit Line" als Grenzlinie festzulegen, mit militärischer Gewalt zurückgewiesen würden. In letzter Zeit haben sich Verletzungen der "Northern Limit Line" immer dann ereignet, wenn Fischerboote beider Staaten auf Krabbenfang unterwegs sind. Allein in diesem Jahr hat Südkorea schon 20 Grenzverletzungen durch nordkoreanische Schiffe registriert. Bislang seien die Schiffe nach Warndurchsagen aber immer abgedreht, heißt es.

          Der Zwischenfall erhöht die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Das Vereinigungsministerium in Seoul riet deshalb am Dienstag südkoreanischen Arbeitnehmern, die im Norden tätig sind, zu großer Vorsicht. Ihre persönliche Sicherheit sei möglicherweise in Gefahr, hieß es. Das Ministerium empfahl, die Kontakte mit Nordkoreanern auf das unbedingt Notwendige zu beschränken. Im Frühjahr dieses Jahres hatten die nordkoreanischen Behörden einen südkoreanischen Ingenieur festgenommen und einige Monate festgehalten, weil dieser angeblich das nordkoreanische politische System kritisiert hatte.

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