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Glosse Politik : Erinnerung

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Wer stolz auf seine Geschichte ist, sollte sie in Erinnerung behalten. In diesem Jahr feiern die Aktivisten in Deutschland die fünfzigste Wiederkehr des immergleichen Rituals: die erste große gesellige Frühlingswanderung zu einem "Ostermarsch" für "Frieden und Abrüstung" zu verklären.

          Wer stolz auf seine Geschichte ist, sollte sie in Erinnerung behalten. In diesem Jahr feiern die Aktivisten in Deutschland die fünfzigste Wiederkehr des immergleichen Rituals: die erste große gesellige Frühlingswanderung zu einem "Ostermarsch" für "Frieden und Abrüstung" zu verklären. Sei's drum. Es soll auch nicht über die Zahlen gerichtet werden, bei denen sich die Veranstalter und die Polizei erheblich unterscheiden. Dass eine Mode nach Jahrzehnten kraftlos wird, ist nichts Besonderes. Doch berührt es merkwürdig, wenn die Ostermarschierer nun den Abzug der westlichen Truppen, insbesondere der Bundeswehr, aus Afghanistan fordern. Hätten sie das mit Blick auf die sowjetischen Truppen doch schon in den achtziger Jahren getan. Der Friedensforscher Rudolf Bahro, damals aus der DDR vertrieben, hat die Friedensbewegung rechtzeitig gemahnt, dies zu tun. Die Mehrheit ist ihm nicht gefolgt, sie war moskauhörig. Vielleicht wäre Afghanistan nie so radikalisiert worden, wenn die Sowjetarmee gar nicht erst einmarschiert oder rechtzeitig abgezogen wäre. Die Glaubwürdigkeit der Ostermarschierer ist dahin. pan.

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