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: Französische Polizei räumt bestreikte Öllager

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Seit Freitag zehrt Frankreich von seinen "strategischen Treibstoffreserven", um angesichts der anhaltenden Streikbewegung Versorgungsengpässe zu vermeiden. Das hat Verkehrsminister Dominique Bussereau am Freitag im Radio bestätigt.

          Seit Freitag zehrt Frankreich von seinen "strategischen Treibstoffreserven", um angesichts der anhaltenden Streikbewegung Versorgungsengpässe zu vermeiden. Das hat Verkehrsminister Dominique Bussereau am Freitag im Radio bestätigt. Alle zwölf Erdölraffinerien haben inzwischen die Arbeit einstellen müssen, teils wegen der Streiks, teils wegen fehlenden Nachschubs aufgrund der Blockade der wichtigsten Öllager. Polizeikräfte haben am Freitagmorgen die Öllager in Fos-sur-Mer nahe Marseille und in Toulouse geräumt. Dabei kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen streikenden Arbeitern und der Polizei. Der Vorsitzende der Gewerkschaft CGT, Bernard Thibault, sagte, die gewaltsame Räumung der Öllager sei "nicht der richtige Weg". So werde die Bereitschaft der Streikenden nur gestärkt, sich gegen die Staatsgewalt aufzulehnen. Es sei an der Zeit, dass die Regierung Konzessionen zur Rentenreform mache.

          Auch an Oberschulen und Universitäten weitet sich die Protestbewegung gegen die Rentenreform aus. Bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Oberschülern und Polizeikräften in Montreuil nahe Paris wurde ein junger Demonstrant durch ein Gummigeschoss schwer am Auge verletzt. Die Pariser Polizeipräfektur hat daraufhin untersagt, dass die Ordnungskräfte Gummigeschosse gegen die Demonstranten einsetzen. Die Regierung hofft, dass sich die Proteste der jungen Generation mit Beginn der Herbstferien Ende kommender Woche legen. Am nächsten Mittwoch soll der Senat die Gesetzesnovelle endgültig verabschieden. Am Donnerstagabend kam es indes zu einer peinlichen Panne in der zweiten Parlamentskammer. Ein betagter Senator, der für die Zentristenfraktion abstimmen sollte, irrte sich bei der Farbe der Stimmkarte. Damit fehlte dem Präsidentenlager die Mehrheit für einen wichtigen Passus der Reform, die Anhebung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre. Der Senator sagte, sein Fehler sei der "großen Müdigkeit" geschuldet gewesen. Die sozialistische Parteivorsitzende Martine Aubry verlangte, über das gesamte Rentenprojekt neu zu beraten. Die Gewerkschaften wollen an diesem Samstag abermals demonstrieren und haben einen weiteren Aktionstag für nächsten Dienstag, den 19. Oktober, ausgerufen. (mic.)

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