https://www.faz.net/-1v1-zea9

: Familienstreit bei den Bettencourts ist beigelegt

  • Aktualisiert am

mic. PARIS, 6. Dezember. Während für den ehemaligen französischen Minister Eric Woerth die juristische Aufarbeitung der sogenannten Bettencourt-Affäre erst beginnt, ist der erbitterte Familienstreit zwischen den beiden Erbinnen des ...

          1 Min.

          mic. PARIS, 6. Dezember. Während für den ehemaligen französischen Minister Eric Woerth die juristische Aufarbeitung der sogenannten Bettencourt-Affäre erst beginnt, ist der erbitterte Familienstreit zwischen den beiden Erbinnen des Kosmetikimperiums L'Oréal am Montag in Paris außergerichtlich beigelegt worden. Das gab der Anwalt von Françoise Bettencourt-Meyers, Olivier Metzner, bekannt. Er sprach von einer Einigung "ohne Sieger und Besiegte". Françoise Bettencourt-Meyers zieht alle Klagen sowie den Antrag zurück, ihre 88 Jahre alte Mutter Liliane Bettencourt unter Vormundschaft stellen zu lassen.

          Frau Bettencourt-Meyers hatte ihre Klagen mit dem Argument begründet, ihre Mutter sei nicht mehr voll geschäftsfähig. Ihre Entourage, insbesondere ihr Günstling, der Fotograf François-Marie Banier, habe diese geistige Schwäche ausgenutzt, um sich persönlich zu bereichern. Banier hat von der reichsten Frau Frankreichs Geschenke im Wert von mehr als einer Milliarde Euro erhalten. Die Tochter hatte Banier wegen "Ausnutzung von Schwäche" verklagt. Eine zweite Klage richtete sich gegen den Vermögensverwalter Patrice de Maistre sowie gegen den Steueranwalt, Fabrice Goguel. Nach Rückzug der Klagen dürften beide Verfahren eingestellt werden. Auch das Vormundschaftsverfahren wird hinfällig.

          Im Gegenzug hat Françoise Bettencourt-Meyers erreicht, dass sich der Fotograf Banier verpflichtet, den Kontakt zu ihrer Mutter abzubrechen. Banier kündigte an, ebenfalls seine Verleumdungsklage gegen Frau Bettencourt-Meyers zurückzuziehen.

          Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sieht die Vereinbarung auch vor, dass sich die L'Oréal-Erbin von ihrem Vermögensverwalter Patrice de Maistre trennt. Der Vermögensverwalter steht im Verdacht, Steuerhinterziehung organisiert zu haben sowie eine Schlüsselfigur bei der illegalen Parteifinanzierung gewesen zu sein. De Maistre stellte die Ehefrau des damaligen Haushaltsministers Eric Woerth ein, weil er sich davon eine bevorzugte Behandlung durch die französischen Steuerbehörden versprach. Anwalt Metzner sagte, die beiden L'Oréal-Erbinnen richteten den Blick jetzt in die Zukunft.

          Topmeldungen

          Reaktion auf Vorsitzendenwahl : Wie Friedrich Merz seinen Trumpf verspielte

          Der Wunsch, Minister zu werden, kostet Friedrich Merz Unterstützung im eigenen Lager. Führende CSU-Leute üben sich bei Kommentaren zum neuen CDU-Vorsitzenden derweil in Zurückhaltung – um sich die Gunst des eigenen Chefs zu sichern.

          Vor dem Krisengipfel : Ruf nach echtem Lockdown wird lauter

          Vor dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten mehren sich Forderungen nach härteren Maßnahmen. Gesundheitsminister Jens Spahn spricht angesichts der neuen Virus-Varianten von „besorgniserregenden Meldungen“.
          Die Seiser Alm: Unter der Woche verliert sich auf dem größten Hochplateau Europas kaum eine Menschenseele. (Symbolbild)

          Nach Lockdown wieder geöffnet : Südtiroler Sonderweg

          Nach dem Lockdown über Weihnachten und Neujahr in ganz Italien hat Südtirol seit dem 7. Januar wieder „geöffnet“ und widersetzt sich dem Lockdown.