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: "Die DDR hatte ihre Stärken"

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F.P. SALEM, 26. April. Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Sellering (SPD), hat auf einem Parteitag im mecklenburgischen Salem am Wochenende seine Haltung zur DDR abermals verteidigt. Die DDR sei kein totaler Unrechtsstaat gewesen, sagte er in seiner Rede.

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          F.P. SALEM, 26. April. Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Sellering (SPD), hat auf einem Parteitag im mecklenburgischen Salem am Wochenende seine Haltung zur DDR abermals verteidigt. Die DDR sei kein totaler Unrechtsstaat gewesen, sagte er in seiner Rede. Es könne nicht sein, dass aus dem Westen nur Gutes komme, aus dem Osten aber nicht. Als Beispiel nannte er das längere gemeinsame Lernen, wo, wie er sagte, Finnland stets als Vorbild gelte. Finnland aber habe es von der DDR abgeschaut. Er setzte hinzu: "Die Bundesrepublik hat ihre Schwächen und die DDR hatte ihr Stärken." Zwar sei er für seine Äußerungen kritisiert worden, aber in Mecklenburg-Vorpommern selbst habe er viel Zuspruch erfahren. In Salem erhielt dieser Teil der Rede viel Beifall. Bei seiner Wiederwahl als SPD-Landesvorsitzender erhielt Sellering allerdings nur 74 Prozent der Stimmen. Vor zwei Jahren waren es noch 78 Prozent gewesen. Der Parteitag war für ihn der erste Stimmungstest, seit er im vergangenen Jahr Ministerpräsident in Schwerin ist. Er sagte, das sei ein ehrliches Ergebnis. Er sei zufrieden. Sellering lobte die große Koalition, insbesondere den Zusammenhalt beider Parteien, wenn es um die Werften im Land gehe. Die seien hochmodern, hätten aber derzeit Liquiditätsschwierigkeiten. Da müsse vor allem der Bund helfen.

          Sellering sprach sich nachdrücklich gegen die Pläne der Bundeswehr aus, im Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Mecklenburg einen großen Übungsplatz einzurichten. Er verwendete dabei die Bezeichnung "Bombodrom", die ursprünglich von den russischen Truppen dort und jetzt von den Gegnern des Planes benutzt wird. Der Parteitag in Salem sprach sich knapp gegen ein klares Nein zu dem in Lubmin bei Greifswald geplanten Steinkohlekraftwerk aus. Der Bau wäre mit mehr als einer Milliarde Euro die größte private Investition, die es je im Land gegeben hat. Sellering hatte auf das laufende Genehmigungsverfahren verwiesen, das durch einen Parteitagsbeschluss gegen das Kraftwerk nicht belastet werden solle.

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