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: Al Qaida bestimmt Übergangsanführer

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cheh. FRANKFURT, 18. Mai. Das Terrornetz Al Qaida hat den Ägypter Saif al Adel übergangsweise zu seinem Anführer bestimmt. Das wurde unter Berufung auf Informationen von Aussteigern aus der Dschihadistenszene in mehreren Medien berichtet.

          cheh. FRANKFURT, 18. Mai. Das Terrornetz Al Qaida hat den Ägypter Saif al Adel übergangsweise zu seinem Anführer bestimmt. Das wurde unter Berufung auf Informationen von Aussteigern aus der Dschihadistenszene in mehreren Medien berichtet. Der Sender Al Dschazira berichtete am Mittwoch zudem, ein radikaler Islamist namens Mustafa al Jemeni werde "Operationschef".

          Es gilt als sicher, dass die langjährige Nummer zwei von Al Qaida, der Ägypter Ayman al Zawahiri, am Ende die Nachfolge Usama Bin Ladins antreten soll. Der Gründer und Führer von Al Qaida war Anfang Mai in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad in einer amerikanischen Kommandoaktion getötet worden. Es wird vermutet, dass sich Zawahiri noch der Loyalität der verschiedenen Al-Qaida-Ableger versichern muss. In der arabischen Tageszeitung "Al Sharq al Awsat" hieß es am Mittwoch, in Dschihadistenkreisen werde noch auf eine Art "offizielle Erklärung" Al Qaidas gewartet.

          Saif al Adel ("Schwert der Gerechtigkeit"), der auch unter dem Namen Mohammed Ibrahim Makkawi bekannt ist, war nach Erkenntnissen amerikanischer Ermittler an der Planung der Terroranschläge auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania 1998 beteiligt. Er wurde um 1960 in Ägypten geboren, wo er in der Armee zum Oberstleutnant aufstieg. Er gilt als fähiger Militärplaner, der nach Einschätzung mehrerer Geheimdienste der Militärchef der Organisation sein soll. Adel schloss sich den ägyptischen Extremisten des Islamischen Dschihad an, weshalb er 1987 vorübergehend festgenommen wurde. Er war Mitglied der Schura von Al Qaida, dem obersten Beratungsgremium des Terrornetzes. Nach der amerikanischen Invasion in Afghanistan 2001 soll Saif al Adel mit Bin Ladins Sohn Saad nach Iran geflohen sein, wo beide zwar angeblich unter Hausarrest gehalten wurden, aber weitgehend unbehelligt leben konnten. Zuletzt soll Adel Iran in Richtung Pakistan verlassen haben.

          Unterdessen nahmen pakistanische Sicherheitskräfte nach Angaben des Militärs einen ranghohen Al-Qaida-Kommandeur fest. Wie die pakistanische Armee mitteilte, wurde Mohammed Ali Kasim Jakub, der auch als Abu Sohaib al Makki bekannt ist, in Karachi gefasst. Er soll demnach aus dem Jemen stammen und ein "wichtiges aktives Mitglied" sein, das in direktem Kontakt mit der Führung des Terrornetzes in der Region stehe. Die pakistanischen Taliban, die Rache für die Tötung Bin Ladins geschworen haben, griffen am Mittwoch mit Dutzenden Kämpfern einen Kontrollposten der Sicherheitskräfte im Nordwesten des Landes an, und töteten dabei mindestens zwei Polizisten.

          Unterdessen wurden in Tunesien während eines Feuergefechts zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Al-Qaida-Kämpfern sieben Personen getötet. Vier Soldaten oder Polizisten seien getötet worden, hieß es aus den Sicherheitskräften. Die drei getöteten Extremisten stammten aus Tunesien, Algerien und Libyen.

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