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: Kein Krebs beim Nacktmull

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Nacktmulle erscheinen in mehrfacher Hinsicht kurios. Zu ihrem merkwürdigen Äußeren und dem eigenartigen Zusammenleben in unteridischen "Staaten" mit einer Königin kommt, dass sie offenbar nie an Krebs erkranken.

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          Nacktmulle erscheinen in mehrfacher Hinsicht kurios. Zu ihrem merkwürdigen Äußeren und dem eigenartigen Zusammenleben in unteridischen "Staaten" mit einer Königin kommt, dass sie offenbar nie an Krebs erkranken. Jedenfalls hat man noch bei keinem dieser in Afrika heimischen Mulle einen Tumor gefunden, obwohl sie älter als andere Nager werden. Die Lebensspanne kann bis zu 30 Jahre umfassen, was für ein derart kleines, im ausgewachsenen Zustand nur etwa 35 Gramm schweres Tier bemerkenswert ist. Wie Forscher in den Vereinigten Staaten jetzt herausgefunden haben, dürfte die Resistenz gegen Krebs darauf beruhen, dass Körperzellen des Nacktmulls außerordentlich kontaktscheu sind. Isolierte Bindegewebszellen beendeten umgehend das Wachstum, wenn die Zelldichte in der Kulturschale einen bestimmten Wert erreichte. Diese Überempfindlichkeit auf Berührung verhindert offenbar eine zu Tumoren führende ungebremste Vermehrung von Zellen. Zwar gibt es auch bei anderen Tieren und beim Menschen eine durch Zellkontakte betätigte Wachstumsbremse. Aktiviert wird sie durch ein Protein (p27) in der Zellmembran. Ist sie defekt, kann Krebs die Folge sein. Beim Nacktmull fanden die Forscher aber noch ein weiteres "Bremspedal", ein p16-Protein. Wie sie in den "Proceedings" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (doi: 10.1073/pnas.0905252106) berichten, sorgt dieses Molekül für die frühe, hypersensible Reaktion auf Kontakte. Die skurrilen Nager scheinen demnach durch ein doppeltes Sicherungssystem gegen Krebs gefeit zu sein. (R.W.)

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