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: Narren, Besserwisser und die Dresdner Brücke

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Zu den Artikeln über den Dresdner Brückenstreit: Man mag grundsätzlich für eine Brücke am Waldschlößchen über die Elbe sein oder grundsätzlich gegen eine solche Flussquerung an dieser Stelle. Man mag, wie geschehen, im Jahre 2005 ...

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          Zu den Artikeln über den Dresdner Brückenstreit: Man mag grundsätzlich für eine Brücke am Waldschlößchen über die Elbe sein oder grundsätzlich gegen eine solche Flussquerung an dieser Stelle. Man mag, wie geschehen, im Jahre 2005 am Abend des so eindeutig zugunsten des Brückenbaus ausgegangenen Bürgerentscheids erklären, man kämpfe weiter gegen die Brücke und schöpfe dabei alle Rechtswege aus. Das muss der Sache gar nicht so abträglich gewesen sein. Spätestens aber, als versucht wurde, gegen die Brücke die Existenz nicht existierender (ökologisch bedeutsamer) Tiere in Stellung zu bringen, kam sich der Brücken-Mehrheitsbürger so vor, als würde er von der Minderheit zum Narren gehalten. Dies endgültig von den "Pappnasen" und vorwiegend Nicht-Dresdnern aus der ganzen Bundesrepublik, die den Staat, sitzend auf der einen Buche am Waldschlößchen, herausforderten.

          Natürlich wird eine "Pappnase" nicht für einen Terroristen gehalten, warum aber der Staat das Treiben so lange hinnahm, ist nicht einzusehen. Kann denn eine in einem wettbewerblichen Verfahren geprüfte Lösung so falsch sein? Wie kann denn diese Plan-Brücke so in Misskredit geraten? Welche Besserwisser-Zeigefinger wurden da auch in der F.A.Z. erhoben. Natürlich wissen auch die Befürworter, dass eine rechnerische Mehrheit, wie sie nun mal existent ist, nicht "die Wahrheit" für sich in Anspruch nehmen kann. Aber hat denn die Minderheit "die Wahrheit"? Diese Minderheit will das mit allen Mitteln glauben machen. Für die Brückenmehrheit gilt: Was ist in der Großstadt Dresden überhaupt gegen eine Brücke als eine Brücke an einer verkehrstechnisch vernünftigen und verkehrlich erforderlichen Stelle einzuwenden?

          Natürlich ist jede Brückenlösung keine Lösung, wenn in Dresden orakelt wird: ". . . namhafte Architekten halten eine akzeptable Brückengestaltung an diesem Ort grundsätzlich für nicht möglich". Zu diesen Architekten gehört aber nicht der ehemalige Baudirektor der Frauenkirche, Eberhard Burger. Ich nehme ihn nicht dafür in Anspruch, dass er eine Brücke an dieser Stelle besonders heiß befürwortet, sondern würdige, dass er eine überarbeitete gestalterische Lösung im Rahmen der Planfeststellung überhaupt erst einmal gesucht und nun eine gefunden hat, die mit der Unesco verträglich sein könnte.

          Walter Rogge, Dresden

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